Keine Ampel? Anwohner sind bei Ortstermin geschockt von Plänen für Fahrradtunnel

rnGaxelino Vreden

An der Winterswijker Straße soll ein Fahrradtunnel entstehen. Davon sind die Anwohner gar nicht begeistert. Sie finden die geplante neue Verkehrsführung für Schulkinder „echt gefährlich“.

Vreden

, 13.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner der Finkenstraße und des Toschlags können sich einfach nicht mit der Idee eines Fahrradtunnels an der Winterswijker Straße anfreunden. Das ist bei einer Fahrradtour mit Vertretern des Bauausschusses zu den betroffenen Stellen deutlich geworden.

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Besonders hitzig diskutiert wurde an der Kreuzung Winterswijker Straße/Fasanenweg. Hier soll eine Querungshilfe entstehen, also eine Insel auf der Straße. „Wie? Keine Ampel?“, wundert sich eine Frau mit Hund. Auch eine Mutter mit zwei Kleinkindern kann es gar nicht glauben: „Hier sollen dann alle Schulkinder und ältere Menschen zu Stoßzeiten die Straße überqueren? Das ist wirklich unfassbar und echt gefährlich. Ich bin gerade richtig geschockt.“

Aus sicherem Weg wird unsichere Situation

Manfred Wanning vertritt als Sprecher die Interessen der betroffenen Anwohner. Er hat im Juli im Bauausschuss schon deutlich gemacht, warum sie mit dem Projekt Gaxelino nicht einverstanden sind. Der Tunnel an sich ist dabei eigentlich gar nicht das Problem.

„Im Moment benutzen alle die Ampel. Wenn da aber der Tunnel und die Lärmschutzwand hinkommen, müssen wir größere Umwege fahren und die Winterswijker Straße an anderer Stelle ohne Ampel überqueren. Aus dem jetzt sicheren Weg in die Stadt wird eine unsichere Situation“, so Manfred Wanning.

Im Moment verbinden zwei Wege die Wohnstraßen mit der vorhandenen Ampelkreuzung. Die Pläne sehen vor, dass diese geschlossen werden. Die Kreuzung soll so umgestaltet werden, dass es überirdisch keine Übergänge mehr für Radfahrer und Fußgänger Richtung Stadt gibt. Stattdessen entsteht eine Unterführung.

Ampel kommt für Verkehrsplaner nicht infrage

Für Verkehrsplaner Hartmut Leiking vom zuständigen Planungsbüro nts ist genau deswegen eine Fußgängerampel an der Winterswijker Straße keine wirkliche Option. „Damit wäre der Effekt der ganzen Maßnahme aufgehoben. Der Verkehr würde sich dort erheblich stauen. Warum sollten wir dann eine Fahrradunterführung bauen?“

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Die Anwohner sahen das ganz anders. „Eine Ampel ist hier absolutes Muss“, gab eine junge Mutter den Politikern mit auf den Weg. Die werden sich in einer der nächsten Sitzungen wieder mit dem Thema Gaxelino beschäftigen.

Denn obwohl die Fördergelder schon bewilligt sind, gibt es noch einige Detailfragen zu klären. Nach einem Bürgerantrag der Anwohner wird zum Beispiel derzeit die Möglichkeit einer Fußgängerampel geprüft, die Länge der Umwege für die Anwohner berechnet und die Idee, eine Verbindung zum alten Toschlag zu schaffen, bewertet.

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