Keiner soll hungrig bleiben

Vreden Fisch mit Kartoffeln und Gemüse gibt es an diesem Freitag. Die Kinder lassen es sich schmecken und holen sich gerne einen Nachschlag "Manche Eltern wundern sich, was ihre Kinder hier so alles essen", sagt Ruth Bok, Leiterin der Kindertagesstätte St. Georg.

02.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kita St. Georg ist Teil des Modellprojekts "Integrierte Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Caritas" (InCa). Der Caritasverband Ahaus-Vreden und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Vreden vernetzen dort ihre Angebote für eine optimale Kinderbetreuung. Das Mittagessen sei hier wie auch im zweiten Projektstandort Recklinghausen ein großes Thema, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritasverbands für die Diözese Münster.

"Auch Kinder in Tageseinrichtungen dürfen nicht hungrig bleiben", betont der Caritasverband. Denn im Gegenssatz zu beispielsweise Offenen Ganztagsschulen, wo ein Landesfonds und kommunale Mittel die Mittagsverpflegung auch für Bedürftige sichern, gebe es keine vergleichbare Lösung für Kindertagesstätten.

23 Kinder sind zurzeit in der Tagesstättengruppe von St. Georg angemeldet und nehmen am Mittagessen teil. Gut zehn weitere aus dem Kindergarten hätten nach Einschätzung von Ruth Bok, Leiterin des Kindergartens St. Georg, zusätzlich Bedarf an einem solchen Mittagstisch. Deren Familien könnten sich die 2,50 Euro pro Essen aber nicht leisten und eine gleichwertige Mahlzeit für jedes Kind gebe es zu Hause wohl auch nicht. Kinder kämen manchmal nachmittags zurück in die Kindertagesstätte und klagten über Hunger. "Das ist für uns ein großes Problem", ist Ruth Bok eindeutig. 50 Euro im Monat - zuviel für manche Eltern. Der Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit" helfe nur Schülern, nicht aber den Kindertagesstätten, so dass Spender gefunden werden müssen, betont die Caritas. In Vreden springen die Pfarrcaritas sowie der Verein "Familie in Not" ein und helfen aus.

Ruth Bok betont, wie wichtig das gemeinsame Essen für die Kinder ist: "Es ist eine große Chance". Die Kinder sitzen in Kleingruppen mit den Erzieherinnen zusammen, manche unter Dreijährige müssen sich erst noch an Möhren oder Fisch gewöhnen und "richtig essen" lernen, die größeren sind schon geübt mit Löffel und Gabel - wie in einer Familie.

Jüngst hat der Kreis Borken eine Abfrage gestartet, wie viele Kinder "unregelmäßig mit Mahlzeiten versorgt" werden. Die Ergebnisse sollen in die Jugendhilfeplanung einfließen. Bok erhofft sich davon, künftig allen bedürftigen Kindern in ihrer Einrichtung ein Mittagessen anbieten zu können. cpm/ewa

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