Konzert von Schülern für Schüler

Projekt "Backyards"

Luca hat viel zu tun: "Pizzawagen organisieren" steht hinter seinem Namen auf der To-do-Liste, die im ersten Stock des Gymnasiums Georgianum an der Wand projiziert flimmert. "Jugendwerk Vreden wegen alkoholfreier Cocktails" lautet der nächste Eintrag. Und so langsam wird es mit all dem Zeit.

VREDEN

, 10.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Konzert von Schülern für Schüler

Lehrer Matthias Schäpers (links) und Melanie Peschek (3.v.r.) vom Verein Ensible helfen den Schülern des Grundkurses Musik der Jahrgangsstufe Q1, den Vredener Beitrag zum Vorlauf für das „Backyards“-Festival zu organisieren.

Denn das Festival rückt näher. Wo an diesem Donnerstagmittag in der achten Stunde eher schläfrige Mittagsruhe herrscht, sollen schon in 14 Tagen wuchtige Beats für hellwache Stimmung sorgen. Doch noch liegt der Schulhof des Gymnasiums Georgianum wie verwaist dar. Drinnen im Gebäude stecken die Schüler aus dem Musikkurs der Q1 gerade die Köpfe zusammen.

Kleines Festival organisieren

Für sie geht es seit einigen Wochen nicht um Notenschlüssel und Musikgeschichte. Die jungen Leute sind vielmehr in die Rolle von Konzertveranstaltern geschlüpft. Sie wollen ein richtiges kleines Festival organisieren, mit allem, was dazu gehört.

Das ist nicht wenig. Wann kommt der Eiswagen? Braucht er noch ein zusätzliches Kabel? Wo steht der Pommeswagen? Und bitte alles in den Ablaufplan eintragen! Das Schulhofkonzert soll eben auch etwas für den Gaumen bieten - nicht nur für die Ohren. Für die gibt es vier Acts: "Umse" tritt als Top-Act an, der Hip-Hopper ist gesetzt: Das kleine Festival in Vreden reiht sich ein in eine Kette ähnlicher Veranstaltungen im Gebiet der Regionale 2016. Umse tritt in Vreden und Olfen auf, in Selm und in Borken - und beim großen Finale in Bocholt.

Zusagen von Bands

Die anderen Akteure für Vreden auszusuchen, das war ebenfalls einer der Jobs des Musikkurses. Als lokale Bands haben "Colorwave" und "Fah Off" zugesagt, und auch die Schulband "Prevolution" spielt.

Ob Aufbau oder Sicherheit, Platzgestaltung oder Catering - die Schüler lernen viel darüber, was es ganz praktisch für ein Festival braucht. Fluchtwege berücksichtigen, Verträge für die Bands ausarbeiten, Werbung machen, Plakate gestalten, Sponsoren suchen für das Event, für das die Zuschauer keinen Eintritt zahlen müssen - die Gedanken kreisen um viele Aufgaben. Die haben die Schüler gezielt auf mehrere Arbeitsgruppen verteilt.

Projektarbeit

"Das alles ist ein wertvoller Blick hinter die Kulissen", sagt Musiklehrer Matthias Schäpers. Diese Form von Projektarbeit stellt auch für ihn Neuland im Unterricht dar. Er hat schon jetzt erkannt: "Das sind nachhaltige Erfahrungen und Erkenntnisse für die Schüler."

Melanie Peschek sieht das ganz ähnlich. Sie arbeitet für den Verein Ensible und unterstützt den Musikkurs - auch das zählt zu der Förderung, die aus der Regionale 2016 für die Festivalreihe kommt. Mit im Boot sind dabei auch die Stadt Vreden, das Jugendwerk Vreden und noch einige Kooperationspartner mehr. Dieses stabile Netz hält den beteiligten Schülern ein Stückweit den Rücken frei. Aber am Ende tragen sie die Verantwortung für das, was am 23. Juni auf dem Schulhof des Gymnasiums Georgianum passieren wird.

Konzert am 23. Juni 

Im Rahmen des Präsentationsjahres der Regionale 2016 wird am 17. September in Bocholt das „Backyards-Festival“ stattfinden. Vorgeschaltet finden mehrere Schulhofkonzerte statt, die von Schülern selbstständig organisiert werden. Das Konzert mit den Bands „Colorwave“, „Fah Off“, „Umse“ und mit der Schulband „Prevolution“ findet am Donnerstag, 23. Juni, auf dem Schulhof des Gymnasium Georgianum, Zwillbrocker Straße 3,  statt. Es beginnt um 11.30 Uhr und endet um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.  Eingeladen ist jeder, aber es soll eine Veranstaltung von Schülern für Schüler sein.

  • backyards-festival.com
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