Krankenkassen versichern: „Wir diskutieren ergebnisoffen über den Notarzt in Vreden“

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Nach Angaben des Kreises Borken haben sich die Krankenkassen schon festgelegt: Sie wollen den Notarzt-Standort in Vreden nicht mehr bezahlen. Dem widersprechen jetzt die Krankenkassen.

Vreden

, 26.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir gehen ergebnisoffen in die Diskussion.“ Das sagt Jens Kuschel, Pressesprecher der AOK Nord-West, zum Thema Notarzt-Standort in Vreden. Damit widerspricht er als Sprecher der gesetzlichen Krankenkassen der Aussage des Kreises Borken, dass die Krankenkassen schon jetzt ablehnen, den Notarzt-Standort in Vreden weiter zu bezahlen.

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„Diese Aussage ist falsch“, sagt Jens Kuschel. „Wir werden die Ergebnisse des Gutachtens abwarten und auf dieser Basis mit dem Kreis sprechen.“ Der Kreis Borken hat einen unabhängigen Gutachter beauftragt, um zu klären, wie es mit der notärztlichen Versorgung weitergeht. Die Ergebnisse sollen in drei bis vier Monaten vorliegen.

Kündigung unabhängig von den Krankenkassen

Das Klinikum Westmünsterland hat den Vertrag zum Jahresende gekündigt. Dann gibt es in Vreden keinen Notarzt mehr. Bei einem Notfall würde der Notarzt aus Stadtlohn oder Ahaus anrücken. Diese Entscheidung sei unabhängig von den Krankenkassen, sondern „aufgrund fehlender ärztlicher Personalressourcen“ gefallen, sagt Tobias Rodig, Pressesprecher beim Klinikum Westmünsterland.

„Für die Übergangszeit zwischen dem 1. Januar 2020 und der Vorlage des Gutachtens, ist der Kreis gefordert, einen Vorschlag zu unterbreiten. Dieser liegt den Krankenkassen bislang noch nicht vor“, sagt Jens Kuschel.

Krankenkassen wollen Konzept für die ganze Region

In einer gemeinsamen Stellungnahme versichern die Krankenkassen zudem: „Die notärztliche Versorgung in Vreden/Kreis Borken bleibt auch in Zukunft sichergestellt.“ Es gehe in der Diskussion allerdings nicht nur um einen einzelnen Standort, sondern um ein tragfähiges Konzept für die gesamte Region.

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In Vreden könne der Abzug des Notarztes demnach zum Teil sogar dafür sorgen, dass die Fachkräfte schneller am Einsatzort sind. Bislang muss der Rettungswagen nämlich erst zum Krankenhaus fahren, um den Notarzt abzuholen. In Zukunft könnte es dann so sein, dass die Notfallsanitäter direkt zum Einsatzort fahren. Der Notarzt stößt mit einem zweiten Fahrzeug aus Ahaus oder Stadtlohn dazu.

Infoabend zum Thema Notarzt in Vreden

Zu der Diskussion um den Notarzt-Standort gibt es am Dienstag, 26. November, einen Infoabend in der Aula des Gymnasiums Georgianum, Zwillbrocker Straße 3. Ab 19 Uhr informieren Vertreter der Stadt, des Kreises und des Klinikums Westmünsterland über die Abläufe und Rahmenbedingungen.

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