Kündigungswelle bei Schmitz Cargobull: Darum müssen schon wieder Leiharbeiter gehen

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Die Auftragslage bei Schmitz Cargobull ist schlecht. Für die Leiharbeiter bedeutet das, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen. Aber auch für die Festangestellten gibt es Konsequenzen.

Vreden

, 04.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unternehmen Schmitz Cargobull entlässt Leiharbeiter und reduziert die Stückzahlen in der Produktion. Das geht aus einem Aushang hervor, der im Vredener Werk hängt und der der Redaktion vorliegt. Unterschrieben ist er von dem Werkleiter und dem Betriebsratvorsitzenden.

Demnach wurden die Tagesstückzahlen in den vergangenen Wochen in zwei Stufen reduziert. Als Grund wird ein „über einen längeren Zeitraum reduzierter Auftragseingang“ genannt. Das bestätigt auch Pressesprecherin Anna Stuhlmeier, wenn auch etwas positiver formuliert. „Seit dem letzten Quartal 2018 ist kein weiteres Wachstum zu verzeichnen, sondern ein leichter Rückgang und ein Einpendeln auf einem immer noch hohen Niveau“, schreibt sie in einer E-Mail als Antwort auf eine Presseanfrage.

„Die Situation hat sich weiter verschärft“

Der Aushang wird da deutlicher: „Die Situation hat sich weiter verschärft. Neben dem niedrigen Eingang an Neufahrzeugen gibt es nun Verschiebungen und auch Stornierungen bereits vorhandener und verplanter Aufträge.“ Dadurch entstehen „Lücken in der Tagesplanung“.

Als Konsequenz daraus wird die Kapazität des Vredener Werks reduziert. Konkret heißt das zum Beispiel, dass es ab der 26. Kalenderwoche keine Nachtschicht mehr gibt. Auch die anderen Schichtmodelle sollen angepasst werden. Daran wird laut Aushang aktuell gearbeitet.

Produktion an Auftragslage anpassen

Es ist bekannt, dass Schmitz Cargobull immer mal wieder die Produktion an die Auftragslage anpasst. „Die Transportwirtschaft an sich ist sehr zyklisch. In Zeiten von Hochkonjunktur, wenn viele Waren transportiert werden, werden auch entsprechend Transportfahrzeuge nachgefragt“, schreibt Anna Stuhlmeier.

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Doch jetzt ist die Auftragslage schlecht und das trifft vor allem die vielen Leiharbeiter, die bei Schmitz Cargobull in Vreden arbeiten. Das Unternehmen greift neben den festangestellten Mitarbeitern auf Leiharbeiter zurück. Sie sind bei externen Firmen angestellt, die sie an verschiedene Arbeitnehmer vermitteln. Die Leiharbeiter haben also keinen Vertrag mit Schmitz Cargobull.

Leiharbeiter erlauben ein „Mitatmen in der Fertigung“

„Schmitz Cargobull beschäftigt die Leiharbeiter zu denselben Kondition wie die festangestellten Mitarbeiter und übernimmt nach Möglichkeit Kollegen auch in die Festanstellung“, schreibt dazu Anna Stuhlmeier. Wenn die Auftragslage jedoch schlecht ist, sind sie die ersten, die gehen müssen.

Bei der Pressesprecherin klingt das so: „Dieses Modell erlaubt uns ein ‚Mitatmen‘ in der Fertigung, das dem Auftragseingang entspricht. Wenn wie jetzt, aufgrund einer Beruhigung der Nachfrage, die Auslastung zurückgeht und die Produktion im normalen Schichtbetrieb stattfinden kann, werden für Kollegen aus dem Leiharbeitnehmerkreis die Verträge nicht verlängert.“

Plan B zur Erweiterung wird erarbeitet

Genaue Zahlen, wie viele Leiharbeiter betroffen sind, nennt die Pressesprecherin auf Nachfrage nicht. Auch auf die Frage, was das alles für die geplante Erweiterung an der B70 bedeutet, bekommt die Redaktion am Montag keine Antwort.

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Der Aushang zu der „Kapazitätsanpassung“ ist bereits der zweite in kurzer Zeit, der bei den Mitarbeitern des Vredener Werkes für Diskussionen sorgt. Erst in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen in einem Aushang verkündet, an einem Plan B zu der Erweiterung an der B70 zu arbeiten. Der könnte auch eine Verlegung von Teilen der Produktion an andere Standorte beinhalten.

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