Endabrechnung liegt vor: So viel Geld hat der Bau des Kults gekostet

rnKulturhistorisches Zentrum

Im Vredener Stadtrat wurde die Endabrechnung für den Bau des Kulturhistorischen Zentrums vorgestellt. Die Gesamtkosten sind höher als geplant, doch die Stadt hat noch Geld gespart.

Vreden

, 03.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl der Bau des Kulturhistorischen Zentrums insgesamt teurer geworden ist als geplant, ist der Eigenanteil der Stadt Vreden niedriger als angenommen. Das haben der Erste Beigeordnete Bernd Kemper und Fachbereichsleiter Joachim Hartmann in der jüngsten Ratssitzung berichtet. Die Endabrechnung liegt nämlich nun vor.

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Die Planungen für das Kult liefen seit 2012, gebaut wurde zwischen 2014 und 2018. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 14,3 Millionen Euro. Das sind 688.000 Euro mehr als ursprünglich geplant. „Bei so einer großen Investitionssumme ist das eine ziemliche Punktlandung“, sagte Joachim Hartmann.

Vier Punkte haben Gesamtkosten für das Kult steigen lassen

Die Gründe für die Mehrkosten nennt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage. Vier Punkte waren demnach ausschlaggebend.

  • Das Kult hat einen zusätzlichen Kellerraum bekommen. Zum einen sollte so gewährleistet sein, dass auch im Untergeschoss alle Gebäudeteile miteinander verbunden sind. Zum anderen ist so mehr Platz für notwendige Lüftungsanlagen entstanden.
  • Ein Teil des ehemaligen Hamalandmuseums ist stehen geblieben. Damit das Gebäude allerdings ein einheitliches Erscheinungsbild bekommt, wurde am alten Museum der rote Verblender durch den hellen Klinkerstein des Kults ersetzt. Auch das Dach wurde angepasst.
  • Um die Ausstellung aufzuwerten, wurde ein Terrazzo-Estrich verlegt.
  • Alle Räume und Präsentationen im Kult haben einen weitestgehend barrierefreien Zugang erhalten.

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Damit die Kosten nicht noch weiter steigen, haben die Verantwortlichen entschieden, auf die Herrichtung des sogenannten Pulverturms in der Gasthausstraße vorerst zu verzichten. „Wir wollen diese Pläne weiterhin verwirklichen und sind in Gesprächen mit dem Kreis, der ja Eigentümer des Gebäudes ist“, sagte Bernd Kemper dazu. Die Räume in dem alten Pulverturm sollten eigentlich direkt ins Kult integriert werden.

Fördermittel haben sich im Laufe der Zeit erhöht

Trotz höherer Gesamtkosten: Die Stadt Vreden hat für den Bau des Kulturhistorischen Zentrums sogar weniger Geld ausgegeben als gedacht. „Die Förderkulissen haben sich im Laufe der Jahre verbessert“, erklärte Joachim Hartmann. 792.000 Euro zusätzlich konnten so gewonnen werden.

Für die Stadt Vreden heißt das: Der Eigenanteil liegt bei ziemlich genau 2 Millionen Euro und damit 31.000 Euro unter dem Plan. Der Kreis Borken zahlt rund 4,7 Millionen Euro und somit 73.000 Euro weniger als gedacht. Der Rest sind Fördermittel: rund 7,6 Millionen Euro, also mehr als die Hälfte der Gesamtkosten.

Streit mit Konkursverwalter läuft noch

Joachim Hartmann und Bernd Kemper wollten in der Ratssitzung aber auch nicht verschweigen, dass es noch einige Unklarheiten gibt. „Es gibt eine offene Forderung eines Konkursverwalters“, berichtete Bernd Kemper. Dieser fordert vom Kreis Borken als Bauherren die Zahlung einer Rechnung in Höhe von 62.000 Euro. „Wir sehen das allerdings gelassen. Denn durch die deutlich schlechte Qualität der Arbeiten mussten wir nachbessern, was Mehrkosten verursacht hat“, so Bernd Kemper. Der Forderung stehen also Schadenersatzansprüche gegenüber.

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Aktuell wird zudem überprüft, ob weitere Nachbesserungsansprüche eingefordert werden können. Denn noch läuft die vierjährige Gewährleistungszeit. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, können auch die Kosten für Architekten und Ingenieure abschließend berechnet werden.

Eine Planungsbegleitgruppe bestehend aus Vertretern der politischen Fraktionen hat das Projekt seit 2012 begleitet. 28 Sitzungen plus zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit der Verwaltung haben stattgefunden. „Das war sehr viel Arbeit, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht“, sagte Kläre Winhuysen (SPD) als Mitglied dieser Gruppe. Sie richtete zudem einen Appell an alle: „Benutzen Sie das Kult mehr. Es ist toll geworden.“

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