Landgericht findet keine Beweise für eine Vergewaltigung

Drogenkonsum

Drei Männer wurden vor dem Landgericht Münster freigesprochen. Dass es dennoch zu einem Übergriff gekommen ist, schien klar. Nur die Schuld konnte niemandem nachgewiesen werden.

von Klaus Möllers

Vreden, Ahaus

, 18.12.2018, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir sind überzeugt, dass ihnen Unrecht geschehen ist. Wir wissen aber nicht, durch wen.“ Aus dieser Ungewissheit heraus hat das Landgericht am Dienstag drei Männer (20, 23 und 23 Jahre alt) aus Vreden vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen.

Sie waren angeklagt, mit einer 20-Jährigen aus Ahaus in einer Vredener Wohnung Sex gehabt zu haben, während diese benommen von Drogen auf einem Bett gelegen haben soll. „Sexueller Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person“ lautete der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft, der auf den Angaben der jungen Frau basierte. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter: „Wir sind außerstande, konkrete Feststellungen zu treffen. Wir haben keine Beweismittel.“

Merkwürdiges Szenario

In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 2016 spielte sich in der Wohnung offenbar ein für Außenstehende schwer nachvollziehbares Szenario ab. In der Wohnung trafen sich – so das Gericht – häufiger Leute, um Drogen zu konsumieren. Zum Beispiel Cannabis über eine Bong-Pfeife oder Ecstasy. Die Frau behauptete, später so zugedröhnt gewesen zu sein, dass sie sich über viele Stunden nicht erinnere, was in der Zeit mit ihr geschah. Sie sei sich aber sicher, dass es zum Sex gekommen sei, den sie nicht wollte.

Keine Körperspuren

Der Richter erklärte: „Es gibt unserer Auffassung nach drei Möglichkeiten.“ Entweder sei es zum Geschlechtsverkehr mit zweien der Männer gekommen, entweder mit beiden nacheinander oder mit lediglich einem von ihnen. Dass an dem Abend jemand der Frau gegenüber sexuell übergriffig wurde, sei – sinngemäß –  wahrscheinlich. Ungeklärt blieb jedoch letztlich, ob jemand und wenn ja, wer, eine solche Tat beging. Körperspuren von den Angeklagten, die mehr Aufschluss hätten geben können, seien nicht gefunden worden.

Im Verfahren stellte sich indes heraus, dass die 20-Jährige später – also nach den mutmaßlichen Übergriffen – für Stunden mit dem 23-Jährigen in einem der Zimmer verschwunden war und es dort offensichtlich zum einvernehmlichen Sex zwischen beiden gekommen war. Es sei dabei „laut“ im Zimmer gewesen, hieß es.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Trecker und Aufsitzmäher gestohlen
Diebstahl und Hehlerei: Vredener Stammtischkumpel halten dicht und bringen Richter in Rage