Literaturabend in der Stiftskirche

Fragmente

VREDEN Es war schon ein ganz besonderer Literaturabend in der Reihe „Fragmente Kulturraum Stiftskirche Vreden“, zu dem Dechant Guido Wachtel am Sonntagabend zahlreiche Gäste in dem altehrwürdigen Gotteshaus begrüßte.

von Von Susanne Dierking

, 10.11.2009, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Akteure des Abends: von links Anne Berg, Hanne Feldhaus-Tenhumberg, Bernd Sikora und Dr. Nikolaus Schneider.

Die Akteure des Abends: von links Anne Berg, Hanne Feldhaus-Tenhumberg, Bernd Sikora und Dr. Nikolaus Schneider.

Es waren die Romantiker, die das Fragment als eigene Kunstform entdeckten. Die drei Balladen-Fragmente von Schiller, die er irgendwann nicht mehr weiter geschrieben hat, zeigten schon im Ansatz alle Elemente der großen Werke. Auch bei Hölderlin und Novalis war die Faszination des Brüchigen zu spüren. Die drei Gedicht-Fragmente von Bertolt Brecht, ließen den ganzen Brecht in vollster Substanz erkennen, einfühlsam rezitiert von Anne Berg. Beim Spiel mit Worten und Sprichwörtern zu herzzero von Franz Mon konnten die Zuhörer neben Anne Berg auch Bernd Sikora und Dr. Nikolaus Schneider als Rezitatoren erleben. Der heute 83jährige Mon, der es wie kein zweiter versteht Texte aller Art zu sehen, zu sammeln, und zu deuten, konzipierte diesen rasanten, von den drei Interpreten mit versierten Rhetorik vorgetragenen Wortwechsel.

Ein wenig geheimnisvoll klangen die von der Flötistin Hanne Feldhaus-Tenhumberg auf der Alt- und Tenor-Blockflöte solo gespielten modernen Kompositionen, im Sinne Gottfried Benns „Melodienansätze“ die es für den Interpreten ganz im Sinne Joh. Georg Hamanns „ins Geschick zu bringen“ galt und den still lauschenden Zuhörern Raum für eigene Gedanken ließ.

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