LKW-Brand bringt viel Ärger

100 Pakete für Kunden verloren

Ein Bild auf Facebook ließ die Alarmglocken klingeln im Team von Otger Lensker. Der ausgebrannte LKW, die vielen Pakete – sollte es etwa die Lieferung für das Autohaus gewesen sein, die da auf dem Vredener Dyk zum Raub der Flammen geworden war?

VREDEN

, 30.09.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
LKW-Brand bringt viel Ärger

Hatten viel zu tun, um die Situation nach dem LKW-Brand und den damit verlorenen Bestellungen aufzufangen: Otger Lensker mit seinen Mitarbeiterinnen (von links) Heike Tenhumberg, Doris Resing, Renate Melchers, Katrin Heufekes und Mandy Riede.

Kurze Zeit später war aus dem Verdacht Gewissheit geworden. Der verheerende Brand eines LKW auf der Landstraße 560 am 14. September zwischen Ahaus und Vreden sollte Konsequenzen für das Vredener Unternehmen haben. Inzwischen kann Otger Lensker schon wieder darüber schmunzeln. Aber noch einmal möchte der Unternehmer so etwas nicht erleben.

Warenwert von 5000 Euro

100 der Pakete in dem Fahrzeug waren für seinen Betrieb bestimmt, ein Warenwert von 5000 Euro. Der Inhalt hatte einen weiten Weg hinter sich: Das Autohaus Lensker bezieht aus China und anderen Ländern in Asien unterschiedliche Werkzeuge für den Werkstattbedarf – vom einfachen Schraubendreher bis zum Präzisionsinstrument. „Wir importieren seit einigen Jahren direkt aus China und anderen asiatischen Ländern“, berichtet Lensker. Der Unternehmer hatte vor einigen Jahren die Idee dazu entwickelt. Ein wirtschaftlich interessantes Feld: Lensker hatte im richtigen Moment das Gespür dafür, wie sich der sogenannte E-Commerce entwickeln würde. „Das sollte ein zweites Standbein werden neben dem klassischen KFZ-Betrieb“, berichtet er. Der Bestellweg über das Internet sollte sich als zukunftsträchtig erweisen: Heute gehen nicht wenige Pakete aus Vreden auf den Weg zu den Kunden, die sie vorher bei Lensker bestellt haben und die das Autohaus wiederum als Großhändler selbst importiert. 25 Mitarbeiter sind bei Lensker im Bereich E-Commerce tätig.

Verständnis für Verärgerung

Kein Wunder also, dass die Verärgerung bei manchen betroffenen Kunden im ersten Augenblick recht groß war. Otger Lensker hat dafür Verständnis: „Wenn ein KFZ-Betrieb beispielsweise ein Fahrzeug auseinandergenommen hat und fest damit rechnet, dass zu diesem Termin das von ihm benötigte Werkzeug eintrifft, ist das natürlich alles andere als schön, wenn es dann nicht rechtzeitig eintrifft.“ Gerade in der heutigen Zeit würden die Ansprüche an die Vertriebslogistik wachsen: „Die Kunden erwarten inzwischen eine schnellstmögliche Lieferung.“ In besonders dringenden Fällen schickte die Firma das betreffende Teil den vom Brand betroffenen Bestellern vorab aus dem Lagerbestand; anderes musste neu bezogen werden.

In dieser Lage galt es für das Team des Autohauses, alle betroffenen Kunden zu kontaktieren. Nicht jeder hatte Verständnis für die Situation. So kann Mitarbeiterin Heike Tenhumberg von Telefonaten berichten, die mitunter mehr als unangenehm verliefen: „Es gab Kunden, die uns einfach nicht geglaubt haben, dass ihr Paket verbrannt ist, obwohl wir ihnen sogar Bilder vom verbrannten LKW zugemailt hatten.“

Reibungslos geklappt habe bislang die materielle Seite der Aufarbeitung – auch wenn insgesamt drei Versicherungen mit im Boot waren. Lensker berichtet: „Wir sind laufend in Kontakt mit der DHL.“ Er glaubt, dass ein solches Ereignis die absolute Ausnahme bleibt. Aber die Reaktionen zeigten eben auch, wie empfindlich heute Kunden reagieren, wenn es mit der Bestellung einmal nicht so klappt wie gewohnt: „Man erwartet vom System, dass es perfekt funktioniert.“

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