Lüntener Landwirte sorgen sich um Dürre, Düngemittelverordnung und Schweinepest

rnWinterversammlung Lünten

Dürre, Düngeverschriften und Schweinepestgefahr drücken die Stimmung bei den Lüntener Landwirten. Künftig wollen die Landwirte auf neuen Wegen in die Öffentlichkeit gehen.

Vreden

, 09.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine harmonische Versammlung am Dienstagabend im Hotel zum Jägerhaus, in der die Landwirte des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lünten ihre jährliche Winterversammlung abhielten. Doch die Dürre, neue Düngevorschriften und die drohende Schweinepest drücken die Stimmung.

Die Versammlung war harmonisch, die Themen ernst: Ein Blick in die Winterversammlung der Lüntener Landwirte.

Die Versammlung war harmonisch, die Themen ernst: Ein Blick in die Winterversammlung der Lüntener Landwirte. © Raphael Kampshoff

Wie schon im Jahr 2018 hat sich auch das vergangene Jahr durch eine große Dürre ausgezeichnet. Rudolf Willing, Vorsitzender des Ortsverbandes Lünten, berichtete von einem großen Baumsterben in den umliegenden Wäldern. Viele alte Lärchen, Kiefern und Fichten hätten den zweiten trockenen Sommer in Folge nicht überlebt.

Unzufrieden ist man auch mit der Entwicklung der Preise für Milch und Rindfleisch. „Da drückt aktuell ganz akut der Schuh“, resümierte Willing in seinem Vortrag.

Starke Schweinefleisch Nachfrage

Erfreulich sei dagegen die Nachfrage nach Schweinefleisch. Die afrikanische Schweinepest in China sorgt für hohe Zukäufe auf dem Weltmarkt und entsprechend hoch sei der Preis für Schweinefleisch daher aktuell. Sorgen machen sich die Landwirte aber darüber, dass die Schweinepest, die in Polen nur noch 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist, auch hierher rüber kommen könnte.

Eine interessante Tour, diesmal mit dem Bus statt mit dem Rad, unternahmen die Landwirte im vergangenen Jahr nach Coesfeld zu einer Betriebsbesichtigung bei Westfleisch.

Demonstrationen zeigen Wirkung

Die Demonstrationen in Münster, Bonn, Hamburg und Berlin wurden gut besucht. Man habe sich bei Politikern Gehör verschaffen können, so Rudolf Willing. Vielfach würden die Landwirte bei ihren Protesten aber falsch verstanden. Sie würden nicht dafür demonstrieren, mehr düngen zu dürfen. Ihnen gehe es lediglich darum, dass jede Pflanze soviel Dünger bekommt wie sie braucht. Keiner würde freiwillig über Bedarf düngen wollen.

Das Grußwort der Stadt Vreden überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Hubert Lechtenberg. „Wir wünschen Ihnen das ihren guten Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen und sie stets das passende Wetter vorfinden.“ Dass die Landwirte aktuell mit vielen Demonstrationen ihren Unmut zeigten, dafür äußerte Hubert Lechtenberg Verständnis.

Landwirt schafft Leben

Für eine bessere öffentliche Darstellung der Landwirtschaft soll eine neue Kampagne sorgen, die schon in den sozialen Medien gestartet ist. Unter dem Motto „Landwirtschaft -mag doch jeder“ werden aktuelle viele Werbefilme für Facebook und Instagram produziert.

Maria Leveling-Hoppe sprach über neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit.

Maria Leveling-Hoppe sprach über neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit. © Raphael Kampshoff

Um die Kosten der Werbung zu finanzieren und ein positives Ergebnis zu erzielen, warb Maria Leveling-Hoppe vom Westfälischen Landwirtschaftsverband bei der Winterversammlung darum, dass viele Landwirte dem Bündnis „Landwirt schafft Leben“ beizutreten.

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