Corona bestimmt auch den Mathematikunterricht an der Sekundarschule

rnSchule zu Corona-Zeiten

Maskenpflicht und Rechtsverkehr auf den Gängen: Corona bestimmt auch an der Sekundarschule in Vreden das Geschehen. Das zeigt auch eine Antwort aus dem Mathe-Unterricht der siebten Klasse.

Vreden

, 14.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klassenlehrer Stefan Dechert hat die Schüler der Klasse 7c an der Vredener Sekundarschule auf dem Hof versammelt. Um den Abstand von ganzen Zahlen auf dem Zahlenstrahl zu veranschaulichen, halten elf Schüler in gleichmäßigen Abständen ein Seil fest. Ihre Klassenkameraden werden aufgerufen und sollen mit Kreide auf dem Boden eine vorgegebene Zahl markieren. „Hört die Null bitte mal auf, zu tanzen“, ermahnt der Lehrer einen Schüler.

„Warum haben wir mit einem Zollstock den Abstand abgemessen?“, will Stefan Dechert wissen und erwartet eine mathematische Erklärung. Doch ein Schüler meldet sich und zeigt mit seiner Antwort „Weil sie den Mindestabstand einhalten müssen“, welches Thema auch die Gedanken der Siebtklässler bestimmt.

Masken, Rechtsverkehr und verschiedene Pausenhöfe

Masken, die nur zum Essen und Trinken abgenommen werden dürfen, Mindestabstand, durch Linien markierter Rechtsverkehr in den Gängen, Aufteilung der Schüler auf verschiedene Pausenhöfe: Nach dem Wiederbeginn ist nicht viel mehr so, wie es vorher war. Jeder Besucher muss zunächst einen Zettel ausfüllen, damit Infektionsketten nachverfolgt werden können.

Auf dem Schulhof wurde beim menschlichen Zahlenstrahl der 7c auch auf Abstand geachtet.

Auf dem Schulhof wurde beim menschlichen Zahlenstrahl der 7c auch auf Abstand geachtet. © Bastian Becker

„Zum Glück haben wir eine Schule der weiten Wege“, meint Direktorin Gisela Huning beim Gang durch das weitläufige Schulgebäude. Das hilft, Abstand zu halten. An der Toilette gibt es eine Aufsicht, damit sich nicht zu viele Schüler gleichzeitig dort aufhalten. Währenddessen werden die neuen Fünftklässler durch die Schule geführt und in das Hygienekonzept eingewiesen.

Schüler weisen sich gegenseitig auf Vorgaben hin

Nach dem Ausflug auf den Schulhof desinfizieren sich alle Schüler der 7c erst einmal die Hände, bevor es zurück in den Klassenraum geht. „Hey, rechts laufen“, weist ein Schüler den anderen auf die Vorgaben hin. Im Klassenraum sitzen die Kinder jeweils in Vierergruppen zusammen und bearbeiten nach der Anleitung durch Stefan Dechert in Einzelarbeit Arbeitsblätter, der Lehrer hilft bei Fragen. Alle Fenster und die Tür sind weit geöffnet.

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„Man muss die Schüler teilweise noch an die Regeln erinnern, aber an vieles sind sie aus ihrem Alltag bereits gewöhnt“, stellt der 34-jährige Pädagoge fest. „Die Schüler freuen sich auf die Schule, aber man muss gerade bei einigen jüngeren Schülern nach der langen Zeit ohne Schule fast wieder bei Null anfangen“, berichtet Stefan Dechert.

Auf den Gängen müssen die Schüler immer rechts der Trennlinie laufen.

Auf den Gängen müssen die Schüler immer rechts der Trennlinie laufen. © Bastian Becker

In der unterrichtsfreien Zeit habe er Youtube-Videos erstellt, mit denen sich die Schüler mit dem Stoff beschäftigen konnten. „Wir versuchen, alles so normal wie möglich zu gestalten, damit die Kinder einen geregelten Alltag haben“, erklärt der Lehrer.

Schüler haben unterschiedliche Meinungen

Die Schüler selbst haben unterschiedliche Meinungen zu den neuen Bedingungen in der Schule. „Mit Maske ist es gerade bei diesen Temperaturen sehr heiß“, meint Romy. „Man kann sich nicht so gut konzentrieren und kriegt schnell Kopfschmerzen“, stimmt ihr Peter zu und ergänzt: „Beim Spielen mit Freunden in der Pause ist es schwierig, den Abstand einzuhalten, weil man sonst sehr laut reden muss.“

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Justus findet die Maskenpflicht insgesamt gut, „weil wir so alle etwas tun können, um Corona zu stoppen.“ Lorina äußert dagegen leichtes Unverständnis: „Auf Partys oder Hochzeiten dürfen sich 150 Leute ohne Maske aufhalten, warum müssen wir mit 30 Kindern ständig welche aufhaben?“

Trotz der neuen Bedingungen sind aber alle froh, dass der Unterricht wieder begonnen hat. „Ich finde es toll, dass die Schule wieder losgeht, weil wir unsere Freunde wiedersehen und uns unterhalten können“, erläutert Arne. Und Leni sagt knapp: „Wir lernen wieder was und sitzen nicht nur zu Hause rum.“

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