Mit Gedenken an Pogromnacht Zeichen für friedvollen Umgang zwischen den Menschen setzen

rnNovember-Pogrome 1938

Teilnehmer der Gedenkveranstaltung waren tief bewegt von dem, was am 9. November 1938 mit den Vredener Juden geschah – es war, so Christoph Holtwisch, die Katastrophe vor der Katastrophe.

Vreden

, 10.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rund 100 Frauen, Männer und Kinder nahmen am Samstag still und ernst am Gedenken der Stadt Vreden an den 9. November 1938 teil. An der Synagogengedenkstätte las Reinhild Resing zunächst den Brief von Zeitzeugin Anna Uhlmann vor, den sie am 9. November 2000, geschrieben hatte.

„Man konnte nicht begreifen, dass so etwas im friedlichen Vreden passieren konnte, es war jedoch nicht damit zu vergleichen, was noch später geschah,“ hieß es im Brief. Die Vredener Juden hätten durch den Holocaust Eltern, Schwestern und Brüder verloren.

Juden wurden damals durch Vredens Straßen getrieben

Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch sagte anschließend, der Text habe eindrucksvoll gezeigt, wie die Pogromnacht in Vreden zu sehr viel Leid geführt hätte. Am 9. November 1938 brannten die Synagogen, auch die in Vreden. „Es war die Katastrophe vor der Katastrophe, die Vorstufe vor der Ermordung von sechs Millionen Juden,“ hob Christoph Holtwisch hervor. Der 9. November 38 hätte alle Dämme brechen lassen. Die Juden, so Holtwisch, wurden damals durch die Vredener Straßen getrieben und misshandelt.

Mit Gedenken an Pogromnacht Zeichen für friedvollen Umgang zwischen den Menschen setzen

Musizierten: Judith Rolvering und Eva-Maria König © Anne Rolvering

Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Deutschland sei es sehr wichtig, ein Zeichen für den friedvollen Umgang zwischen den Menschen und Kulturen zu setzen, denn Freiheit und Menschenrechte seien in Gefahr. „Gut, dass Sie heute Abend alle hier sind,“ sagte Vredens Bürgermeister.

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Bedrückende Stille und ein hoffnungsvolles Lied

Anschließend lasen viele Teilnehmer die Namen und Todesdaten der ermordeten Vredener Juden vor und es entstand eine bedrückende Stille. Mit dem Lied „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt“ ließen Judith Rolvering und Eva-Maria König einen Titel zur Hoffnung gegen die Verzweiflung und zum Gedenken an die Opfer erklingen.

Anschließend legte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch einen Kranz nieder. Nach einem Gebet und dem gemeinsam gesungenen Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ klang die Gedenkveranstaltung in Stille aus.

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