Mit Kunst gegen Leerstände

Galerie in der Wassermühlenstraße

Am Anfang war es einfach nur der Wunsch, etwas gegen Leerstände zu unternehmen. Daraus wurde für Theodor und Swenna Mathu bald mehr: Sie bauten eine Galerie an der Wassermühlenstraße auf. Sie ist ein Ort, an dem Menschen zwanglos Kunst begegnen.

VREDEN

, 13.07.2016, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da kommt sie wieder angewatschelt. Die Ente marschiert die Wassermühlenstraße hinauf und steckt ihren Kopf gezielt durch die Tür des Hauses mit der Nummer fünf. Sie ist nicht die Einzige, die ihren Blick immer wieder gern dorthin wendet.

Die menschlichen Besucher dürften dabei anderes im Sinn haben als das Federvieh. Aber wer weiß: Vielleicht üben die Farben und Formen in der Galerie ja auch auf die Ente einen Reiz aus.

Einen Traum erfüllt

Theodor Mathu nimmt es mit Humor. Der gebürtige Niederländer hat sich in Vreden einen Traum erfüllt: Der 69-Jährige hat sich sein ganzes Leben lang künstlerisch betätigt, in der Widukindstadt hat er im Jahr 2013 gemeinsam mit seiner Frau eine Galerie eröffnet. Und damit inzwischen sogar schon zwei Mal etwas beseitigt, was gerade an der Wassermühlenstraße immer wieder den Passanten negativ ins Auge fällt: einen Leerstand.

Theodor Mathu leistet sich damit eher ein Hobby, als dass er eine profitable Geschäftsidee verwirklicht hätte. „Wenn die Galerie die Kosten deckt, haben wir unser Ziel schon erreicht“, bekennt er. Die eigentliche Absicht stellt sich ohnehin anders dar. „Wir möchten den Menschen eine Gelegenheit geben, mit Kunst ganz zwanglos in Berührung zu kommen. Ich freue mich über jeden Besucher, der einfach nur vorbeischaut.“ Und wer sich für ein Exponat begeistert, kann es auch käuflich erwerben. Der kommerzielle Aspekt stehe für ihn aber nicht im Vordergrund, sagt Theodor Mathu.

"Da muss etwas geschehen"

Der frühere Manager eines Forschungsinstitutes hatte sich im Jahr 2005 mit seiner Frau Swenna in Vreden niedergelassen. Auch sie ist als Künstlerin aktiv, beide fühlen sich dort wohl. Die Leerstände in der Innenstadt fielen ihnen aber bald ins Auge. „Da muss etwas geschehen“, waren sie überzeugt. Sie entwickelten im Gespräch mit dem Vredener Matthias Plewa die Idee. Ein Schaufenster mit Kunst markierte vor drei Jahren den Start, ein erstes Ladenlokal füllte sich mit Kunst. Der Inhaber fand kurz darauf einen Langzeitmieter, und so zog die Galerie „Arte Mathu“ ein paar Häuser weiter.

„Es macht uns einfach Spaß, hier mit Menschen über Kunst ins Gespräch zu kommen“, sagt Theodor Mathu. Nur die kleine Ente lässt sich keinen Kommentar entlocken.

Lesen Sie jetzt