Die Einsatzkräfte standen mit Schutzanzügen bereit. © Victoria Garwer
Feuerwehreinsatz

Mit Video: Gefahrstoff-Alarm bei Saueressig beendet – Drei Personen leicht verletzt

Bei der Firma Saueressig ist am Montagvormittag eine Chemikalie ausgetreten. Es entstanden Dämpfe, die sich in der Luft verteilten. Die Feuerwehr war mit 80 Kräften im Einsatz.

In weißen oder orangen Schutzanzügen und mit Atemschutzgerät hielten sich die Einsatzkräfte bereit. Auf dem Parkplatz der Firma Saueressig an der Gutenbergstraße bereiteten sie sich auf einen Einsatz im Keller des Gebäudes vor. Dort war am Montagvormittag eine Chemikalie ausgetreten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, der Einsatz dauerte rund sechs Stunden.

Um 11.45 Uhr wurden die Vredener Feuerwehrleute mit dem Stichwort „Feuer groß“ alarmiert. Schnell wurde auch per Sirene nachalarmiert. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um ein Feuer handelte. Vielmehr ging es um einen Gefahrstoff-Einsatz.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Experten reisten aus dem gesamten Kreis Borken an.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Experten reisten aus dem gesamten Kreis Borken an. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

„Durch einen technischen Defekt ist eine Chemikalie ausgetreten, Natriumhydrosulfit. Diese ist mit Wasser in Berührung gekommen, wodurch es eine chemische Reaktion gab“, sagte Einsatzleiter Thomas Berski. Dabei sind Dämpfe entstanden. Diese seien nicht direkt gefährlich. Wenn man sie jedoch über einen längeren Zeitraum einatmet, kann es zu Reizungen der Atemwege kommen.

Drei Personen wurden bei dem Unfall mit der Chemikalie leicht verletzt. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus, nach einer kurzen Untersuchung konnten sie direkt wieder entlassen werden.

Dämpfe und Gerüche verteilten sich in den Straßen

Obwohl sich der Einsatzort im Keller der Produktionshallen befand, war draußen auf den Straßen ein seltsamer Geruch wahrnehmbar. Der Wind hat die Dämpfe in der näheren Umgebung verteilt. Deswegen wurde gegen Mittag auch der Baumarkt an der Wüllener Straße vorsorglich geschlossen.

Die Polizei sperrte die Wüllener Straße und die Gutenbergstraße weiträumig für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger ab. Die Anwohner in der Gegend sollten Fenster und Türen geschlossen halten, die Firmen wurden angewiesen, ihre Lüftungssysteme auszuschalten.

Mit Schutzanzügen gingen die Einsatzkräfte in das Gebäude.
Mit Schutzanzügen gingen die Einsatzkräfte in das Gebäude. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Auch die Feuerwehrleute gingen mit höchster Vorsicht vor. Sie betraten das Gebäude nur mit Schutzanzügen der höchsten Stufe. Dabei sind alle Nähte und Reißverschlüsse so abgedichtet, dass keine Luft oder andere Stoffe hindurchkommen.

Gefahrstoff-Experten aus dem ganzen Kreis Borken im Einsatz

Immer mehr Einsatzfahrzeuge rückten an. Gefahrstoff-Experten aus dem ganzen Kreis Borken kamen zur Einsatzstelle in Vreden, samt Messwagen und Gefahrgut-Spezialfahrzeug. Insgesamt waren 80 Kräfte der Löschzüge Vreden und Ammeloe plus Polizei im Einsatz.

Der gesamte Bereich ist großräumig abgesperrt.
Der gesamte Bereich ist großräumig abgesperrt. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Am Kreisverkehr zwischen Wüllener Straße und Gutenbergstraße richteten die Einsatzkräfte eine Einsatzleitzentrale ein. Diese schützten sie mit einer Sichtschutzwand vor den Augen neugieriger Blicke. Anhand von Bauplänen und mit Informationen des Unternehmens besprachen die Einsatzkräfte laufend das weitere Vorgehen.

„Wir haben die Chemikalie mit Wasser abgedeckt, sodass sich keine weiteren Dämpfe entwickeln konnten“, sagte Einsatzleiter Thomas Berski. Es handelte sich seinen Angaben zufolge um ein sehr feines Granulat, das wasserlöslich ist. Die Einsatzkräfte haben also immer wieder neues Wasser in den Raum geleitet, sodass sich die Chemikalie immer weiter verdünnte. Dafür haben sie am Nachmittag auch zwei Löcher in das Dach des Gebäudes geschnitten.

Am späten Nachmittag war das Natriumhydrosulfit so weit verdünnt, dass ein Entsorgungsunternehmen die Flüssigkeit abpumpen konnte. Somit konnte die Feuerwehr gegen 18 Uhr die Einsatzstelle aufräumen und an das Unternehmen übergeben.

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer