Miteinander bringt mehr

Zeltlager in Crosewick

Anna Nienhaus hatte eine Idee. Die sollte dazu führen, dass eine Gruppe aus Hamm eine ungewöhnliche Reise antrat - nach Crosewick.

VREDEN

, 10.08.2015, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Yassine dreht richtig auf. Der Achtjährige tobt mit den anderen Kindern über den Hof und strahlt. Die Jungen und Mädchen erleben in Crosewick gerade eine Umgebung, die so ganz anders ist als die Großstadt, aus der sie kommen.

Singhalesisch und Arabisch erklingt

Die meisten sind mit ihren Müttern da, einige Väter haben ebenfalls den Weg dorthin gefunden. Manche aus der Gruppe sprechen Arabisch, andere Türkisch, wieder andere Singhalesisch, das sie einst als Muttersprache in ihrer Heimat Sri Lanka gelernt haben. Sie alle kennen sich aus einem Treff, den das Deutsche Rote Kreuz in Hamm veranstaltet. Dort können sich Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam mit deutschen Nachbarn austauschen, und dort lernte auch Anna Nienhaus die Gruppe kennen.

Die 29-Jährige ist in Crosewick zuhause. Sie studiert Ökotrophologie, und ein 15-wöchiges Praktikum führte sie zur Migrationsberatung, die das Rote Kreuz in Hamm betreibt. "Ich bin an anderen Kulturen interessiert, und da gehören auch die Speisen und die Essrituale dazu", erklärt sie im Gespräch mit der Münsterland Zeitung die Verbindung zu ihrem Studienfach rund um die Ernährung.

Aus vielen Ländern

Spannend fand sie es, in dem DRK-Treffpunkt so vielen Menschen verschiedener Herkunft zu begegnen. Sie kommen aus Sri Lanka und Marokko, aus der Türkei oder aus Polen, aus Finnland und aus Deutschland. Unterschiedliche Aktionen sorgen in den Ferien für Abwechslung.

Miteinander für die Integration

Das brachte Anna Nienhaus auf die Idee, ein Zeltlager für die Gruppe zu veranstalten - auf dem Hof ihrer Familie in Crosewick. "Meine Eltern waren auch gerne dazu bereit", berichtet sie. Die Zelte waren schnell nach der Ankunft die Zelte aufgebaut, ehe es zu einem ersten Ausflugsziel ging: dem Irrgarten in Zwillbrock. Ob gemeinsam kochen, spielen oder feiern - der Austausch untereinander bringe viel für die Integration, ist Anna Nienhaus überzeugt. Viele unterschiedliche Sitten und Gebräuche gab es zu entdecken, manches Wissenswerte zum Beispiel beim Kochen voneinander abzuschauen. Der Abend am Lagerfeuer vertiefte die Freundschaft.

"Es gefällt mir richtig gut hier", sagte Acu Nuray. Ihre familiären Wurzeln liegen in der Türkei. Sie möchte auf die regelmäßigen Treffen in der internationalen Gruppe nicht verzichten: "Das ist keine Einbahnstraße, sondern ein echter Austausch."

Großes Lob

Jürgen Hey vom DRK Hamm zollte Anna Nienhaus und ihrer Familie großes Lob: "Wir sind ganz toll empfangen worden". Das findet auch Yassine Kalluori. Er hat aber keine Zeit für lange Stellungnahmen: Das Spielen ist wichtiger.

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