Nach Drohmail: Markus Bußmann tritt als Vereinsvorsitzender zurück und zeigt sich reumütig

rnSpinnerei Huesker

Nach dem Eklat um seine Drohmail an den Investor Stroetmann ist Markus Bußmann als Vorsitzender des Vereins „Neue Spinnerei Vreden“ zurückgetreten. Im Gespräch zeigt er sich reumütig.

Vreden

, 08.11.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Markus Bußmann ist als Vorsitzender des Vereins „Neue Spinnerei Vreden“ zurückgetreten. Er wisse selber, dass sein Verhalten für den Verein untragbar sei, sagte er gegenüber der Redaktion. Er bleibt jedoch vorerst Vereinsmitglied.

Der Zweite Vorsitzende Mano Siehoff hatte ihn zuvor in einem persönlichen Telefonat und in der öffentlichen Ausschusssitzung am Donnerstagabend zum Rücktritt aufgefordert. Auf der Internetseite kündigt der Verein an, sich „zu gegebenem Zeitpunkt erneut öffentlich äußern“ zu wollen.

Markus Bußmann gibt seine Fehltritte zu

In einem Telefonat mit der Redaktion hat sich Markus Bußmann am Freitag reumütig gezeigt. Gleichzeitig hat er aber auch einige Dinge zugegeben. Er habe die Drohmail geschrieben. Dabei habe er unter starkem Einfluss von Alkohol gestanden. Er habe auch in einer Version für unsere Redaktion den entscheidenden Satz aus dem Text gelöscht.

Nach Drohmail: Markus Bußmann tritt als Vereinsvorsitzender zurück und zeigt sich reumütig

Markus Bußmann zeigt sich reumütig. © privat

Er gibt auch zu, gegenüber dem Bürgermeister behauptet zu haben, dass eine Audioaufzeichnung eines vertraulichen Gespräches existiert. „Die hat es aber nie gegeben. Das war eine Luftnummer“, sagt Markus Bußmann am Freitag.

Zweite Mail wurde nicht vorgelesen

Nicht in Ordnung findet er, dass Max Stroetmann in der öffentlichen Sitzung zwar die Drohmail, nicht aber seine zweite Mail und eine noch ausführlichere Mail mit Erklärungen vorgelesen hat.

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Die Drohmail hat Markus Bußmann am Dienstabend um 20.52 Uhr verschickt. Eine weitere Mail, dass er die Drohung natürlich nicht ernst gemeint habe, hat er um 6.05 Uhr am Mittwoch geschrieben. Sein Anwalt weist darauf hin, dass er diese Mail geschrieben hat, ohne eine öffentliche Reaktion abzuwarten.

Zudem kann nach Auffassung des Anwaltes davon ausgegangen werden, dass beide Nachrichten erst am Mittwochmorgen gelesen wurden – vermutlich zuerst die neuere Mail. „Dadurch wird die Versendung der ersten E-Mail zwar nicht ungeschehen gemacht, ein gefühltes Droh-Potenzial wird der vorangegangenen Mail aber trotzdem genommen“, heißt es in einem Schreiben des Kölner Anwaltes an unsere Redaktion.

„Ein persönlich schwerer Fehler“

Markus Bußmann selbst schreibt am Donnerstag in einer Mail an das Unternehmen Stroetmann, den Bürgermeister und unsere Redaktion: „Ich habe nie vorgehabt, einem Menschen tatsächlich körperlichen und persönlichen Schaden zuzufügen.“ Und: „Das war ein persönlich schwerer Fehler, den ich nicht entschuldigen kann.“

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Er sei mit seinem Rechtsanwalt im Gespräch über die Möglichkeit einer einstweiligen Verfügung. Die soll sich gegen das Unternehmen Stroetmann und die Stadt Vreden richten. Sein Ziel: „Sie sollen mich nicht einseitig beschuldigen, ohne auch meine Klarstellung und die Entschuldigung zu berücksichtigen. Sie sollen den gesamten Sachverhalt darstellen.“

Die Idee „Neue Spinnere Vreden“ soll weiterleben

Markus Bußmann ist nun besonders wichtig, dass sein persönliches Fehlverhalten nicht das Ende der Idee „Neue Spinnerei Vreden“ bedeutet. „Ich hoffe, dass über die Sache diskutiert werden kann, ohne das an meinem Namen festzumachen. Ich will nicht, dass die Idee stirbt“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Seinen Facebook-Account, den er für die Veröffentlichung und Verbreitung seiner Idee erstellt hatte, hat er inzwischen gelöscht.

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Markus Bußmann möchte, dass die alte Spinnerei Huesker erhalten bleibt. Zu diesem Zweck hat er einen Verein gegründet und eine Petition gestartet, die mehr als 1000 Unterschriften bekam.

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