Nasser Scherz hat Folgen für Bauherrn

Baustelle überschwemmt

Vor zwei Wochen ging es los: Der Traum vom Eigenheim nahm für Edith und Frank Rotering mit dem ersten Spatenstich endlich Gestalt an. Doch am Sonntag, 12. April, erlebte das Paar einen herben Rückschlag: Das Grundstück am Hoogen Weg in Vreden wurde überflutet. Der Grund: Leitungen, die das Grundwasser in die Kanalisation ableiten sollten, lagen plötzlich auf dem Grundstück.

VREDEN

, 13.04.2015, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ein Nachbar hat am frühen Sonntagmorgen gesehen, dass die Schläuche nicht an ihrem Platz waren. Er hat sofort den Bauunternehmer verständigt und dieser dann uns", sagt Edith Rotering. Zu diesem Zeitpunkt stand das Grundstück rund um den ausgehobenen Keller bereits unter Wasser; an einer Ecke der Grube gab es sogar einen kleinen Erdrutsch, sodass die Bodenplatte und Aushebungen rundherum überflutet wurden.

Die Aufräumarbeiten dauerten bis in den gestrigen Spätnachmittag an: Es galt das Wasser wieder abzupumpen und vor allem den Keller von Sand und Schlamm zu befreien. Der entstandene Sachschaden ist noch unklar.

Bodenplatte

Die Familie ist indes froh, dass nichts schlimmeres passiert ist. "Die Bodenplatte hätte brechen können, wäre das Ganze erst später entdeckt worden. Das hätte den Bau zeitlich um einiges zurück geworfen. Ganz zu schweigen von den Kosten", so Edith Rotering.

Noch folgenschwerer hätte die Geschichte aber in Bezug auf den Kran ausgehen können, wie ihr Mann, ein gebürtige Vredener, ergänzt: "Wenn es unter dem Kran zu weich wird, kann er fallen. Laut Bauunternehmer würde er sich dann auf rund 40 Meter lang machen." Und hätte so umliegende Gebäude treffen können.

Motiv unklar

Warum die Schläuche abgekoppelt wurden und so nicht in die Kanalisation führten, weiß die Familie nicht. Sie vermuten dahinter jugendlichen Leichtsinn. "Jemand muss die Leitungen rausgenommen und daneben gelegt haben. Anders geht es nicht", sagt Edith Rotering. "Vielleicht waren es Jugendliche, die sich einfach einen Scherz erlaubt haben und sich den möglichen Konsequenzen gar nicht bewusst waren."

Von einer Anzeige hat die Familie bisher abgesehen. Stattdessen fordern sie die unbekannten Täter auf, sich per E-Mail bis zum Wochenende zu melden. Edith Rotering: "Wir möchten einfach wissen, was sie sich dabei gedacht haben und ein Gespräch führen. Denn wir glauben nicht, dass irgendjemand wollen würde, dass ein Kran umfällt, wobei gar jemand zu Schaden kommen könnte."

Trauriger Anfang

Der jungen Familie mit zwei Kindern ginge es dabei nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger jemanden zu beschuldigen, sondern gemeinsam an einem Tisch die Sache zu besprechen und über das unvorsichtige Handeln zu sprechen, das Auswirkungen auf andere hat.

"Wir haben für das Haus einen hohen Kredit aufgenommen. Und gerade zu Beginn des Baus ist es ein Rückschlag. Dass unser Leben hier so anfängt, macht uns sehr traurig", sagt Edith Rothering.

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