Neubaupläne von K+K treffen in Vreden auf viel Lob und scharfe Kritik

rnOttensteiner Straße

K+K möchte den Markt an der Ottensteiner Straße neu bauen. Das stieß in der Vredener Politik auf viel Zustimmung. Nur ein Politiker kritisierte die Pläne als „sehr billige Variante“.

Vreden

, 06.05.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Neubaupläne für den K+K-Markt an der Ottensteiner Straße trafen am Dienstagabend im Vredener Bauausschuss überwiegend auf Zustimmung.

„Damit haben wir eine erste positive Auswirkung zu unserer Entscheidung für das Bierbaum-Gelände“, sagte Henrik Mulder (FDP). Mit dem Neubau gebe es nun endlich eine Perspektive für das „schlechteste Supermarkt-Gebäude“ in der Stadt. „Die Planungen können wir komplett mittragen“, sagte er.

SPD trägt Pläne mit, kritisiert Neubau aber scharf

Das sah Alfons Effing (SPD) anders. Seine Fraktion werde die Neubaupläne von K+K zwar auch mittragen, er fand jedoch klare Worte zu den neu vorgestellten Plänen: „Das ist eine sehr billige Variante“, erklärte er. Allein die Ansicht von der Humperdinckstraße sei eine schiere Katastrophe. „Mit der Entscheidung für das Bierbaumgelände haben wir eine dicke Chance für die Verbesserung des Stadtbilds vertan“, kritisierte er.

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Stephan Bengfort (CDU) zeigte sich froh, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. „In dem alten Markt schmilzt im Sommer die Schokolade in den Regalen“, sagte er. Das bisherige Gebäude sei eine Zumutung.

Neubau ist schneller umzusetzen als eine Erweiterung

Gerd Welper (Grüne) begrüßte die neue Planung: „K+K kommt unserer Forderung nach und baut dort einen zeitgemäßen Markt.“ Mehr noch: „Ich bin froh, dass es nicht die erste Planung geworden ist. Die hätte etliche rechtliche Folgen nach sich gezogen“, sagte er. Vor allem hätte sich der weitere Ablauf immens verzögert. „Das jetzt vorgestellte Projekt ist schnell umsetzbar.“

Für das Bierbaum-Gelände mochte er nicht von einer verpassten Chance sprechen. Schließlich sei der Investor Max Stroetmann ja nicht aus Vreden geflohen. Auch auf dem Gelände sei noch mit einer Entwicklung zu rechnen.

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Elmar Kampshoff (UWG) zielte vor allem auf Alfons Effings Kritik an der neuen Architektur: „Man kann über Geschmack und Architektur streiten – muss es aber nicht“, erklärte er. Er könne mit dem geplanten Gebäude gut leben. Auch das Zusammenwirken von K+K, Aldi und dem Drogeriemarkt dm sei positiv. Er sprach von einer Menage-á-trois, die sich gegenseitig bestärken könne. Auch er blickte in Richtung des Bierbaum-Geländes: „Vielleicht ist diese Investition ja auch eine Aufforderung an die Nachbarschaft, sich zu bewegen“, erklärte er.

Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig für die Planungen.

K+K investiert an der Ottensteiner Straße rund fünf Millionen Euro

Wie berichtet will die Supermarktkette K+K den Markt an der Ottensteiner Straße komplett abreißen und durch ein neues Gebäude an derselben Stelle ersetzen. Dabei verändert sich die Gesamtfläche kaum. Im Gebäude soll allerdings das Lager verkleinert werden, so dass mehr Verkaufsfläche entsteht. Gegenüber unserer Redaktion hatte Rolf Geyer, bei K+K Leiter von Expansion/Bau und Immobilienbetreuung, erklärt, dass das Gebäude ungefähr sieben Monate Bauzeit benötigt. Das Unternehmen will rund fünf Millionen Euro investieren. Ursprünglich hatte das Unternehmen eine Erweiterung des Gebäudes beantragt. Diese Pläne hätten dem Bebauungsplan und dem Einzelhandelskonzept widersprochen.

Verwaltung hält geringe Überschreitungen für vertretbar

Die alte Größenordnung sei kritisch gewesen. „K+K kam danach auf die Stadt zu“, erklärte er. Gemeinsam seien die neuen Pläne erarbeitet worden. Auch der Neubau überschreitet in geringem Maß die Baugrenzen. „Das halte ich aber für vertretbar“, so Dirk Hetrodt von der Fachabteilung für Stadtplanung der Stadt Vreden.

Auch eine Befreiung von den im Bebauungsplan Gebäudehöhen sah er unkritisch. Laut Bebauungsplan darf die Traufkante eines Gebäudes an dieser Stelle 5,5 Meter nicht überschreiten. Das höchste Flachdach des neuen Marktes ist jedoch knapp acht Meter hoch. „Mit Blick auf die Gebäude in der Nachbarschaft sehe ich aber auch da keine Bedenken“, so Hetroth weiter.

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