Sprühkanone und Fallen: Maßnahmen gegen Eichenprozessionsspinner wirken

rnEichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner beschäftigt auch in diesem Jahr die Kommunen. In Vreden wurde zu dessen Bekämpfung im Frühjahr ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Mit ersten Erfolgen.

Vreden

, 02.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hatte er dem Vredener Bau-, Planungs- und Umweltausschuss im März vorgestellt, nun kann Bernd Kemper über dessen aktuelle Umsetzung bereits berichten. Insbesondere ein neuartiger Einsatz von Sprühkanonen zum Auftragen von Spritzmitteln habe präventiv gute Erfolge gezeigt, erläutert der Erste Beigeordnete nach Rücksprache mit Ordnungsamt und Bauhof.

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Die Politik hatte im Frühjahr auf Basis der jüngsten Erfahrungen gehandelt, ein Budget von rund 30.000 Euro wurde im Haushaltsansatz 2020 verankert. „10.200 Euro sind davon für die bisher gelaufenen Maßnahmen verbraucht, wobei noch nicht sämtliche Rechnungen vorliegen“, so Kemper. Er hatte allerdings auch sofort beruhigt, dass man mit der Bekämpfung nicht aufhören werde, sollte das Budget aufgebraucht sein. Auch wenn die aktuellen Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig seien, so sei ein zwangsläufiger Zusammenhang mit den Maßnahmen in diesem frühen Stadium des Sommers noch nicht valide abzuleiten.

Bedarfsmeldungen werden protokolliert

Zunächst sei man in der Verwaltung vor allem damit beschäftigt, die Meldungen aus der Bevölkerung aufzulisten und zu protokollieren. „Mit diesen Bedarfsmeldungen wird eine Priorisierung vorgenommen, anhand derer eine externe Fachfirma die Nester absaugt. Sollten auch Befallsmeldungen an Kreis- oder Landstraßen dabei sein, werden diese an die zuständige Straßenmeisterei weitergeleitet“, so Kemper. Der erste „Schwung“ sei dabei bereits erfolgt. Einsatzgebiete waren beispielsweise die Sportplätze in Lünten und Ammeloe oder die Stadtparkinsel. Nun sammelt das Ordnungsamt weitere Befallsmeldungen, um erneut eine Fachfirma beauftragen zu können.

EPS-Fallen zeigen sich sehr effektiv

In diesem Jahr wurde erstmals die sogenannte EPS-Falle getestet. Insgesamt 50 Fallen wurden an Eichen auf Schulgeländen und Spielplätzen aufgehängt. Das Ergebnis: „Diese Fallen zeigen, dass sie durchaus erfolgsbringend sind. Einige Fallen waren mit Eichenprozessionsspinnern ‚gefüllt‘, an diesen Bäumen war daher auch kein großartiger Befall“, erläutert der Erste Beigeordnete. Auf dieser Basis könne man es sich durchaus vorstellen, den Einsatz im kommenden Jahr weiter auszuweiten.

Neue Spritztechnik: „Befall geht gegen null"

Ebenso hingewiesen hatte Kemper während der Sitzung im März auf weitere Präventivmaßnahmen, speziell den Einsatz von Spritzmitteln und Nematoden – dies in „speziellen Einsatzgebieten“. So wie schon in den Jahren zuvor. „Da die beauftragte Firma in diesem Jahr eine neue Technik zum Aufbringen des Spritzmittels anwendete, konnte das Einsatzgebiet im Vergleich zum Vorjahr deutlich erweitert werden“, erklärt Kemper.

Die Firma nutze eine Sprühkanone, die hinter einem Traktor befestigt ist. Mit dieser Sprühkanone kann sie an einzelnen Baumreihen vorbeifahren und die Biozide und Nematoden somit deutlich effizienter in die Kronen sprühen. „Diese Maßnahme erwies sich als sehr wirksam, da an diesen Eichen der Befall gegen null geht.“ Dazu wurden auch die Anwohner der umliegenden Häuser befragt und vereinzelt Bäume kontrolliert.

Wirkung von Meisenkästen bleibt abzuwarten

Seitens vieler Vereine wurden in diesem Jahr zudem einige Nistkästen für Meisen aufgehängt. Zum Erfolg könne die Verwaltung noch keine abschließende Aussage treffen. „Damit diese Maßnahme wirksam wird, müssten sicherlich zwei, drei Jahre vergehen, um ein aussagekräftiges Stimmungsbild zu erhalten“, meint Kemper.

Die Zahlen sind – wie gesagt – tatsächlich vielversprechend: Bis jetzt liegen 53 Meldungen aus der Bevölkerung vor, 2019 waren es zum gleichen Zeitpunkt 72 von insgesamt 88 Meldungen. „Das könnte natürlich bedeuten, dass die Präventivmaßnahmen greifen. Aber der Sommer ist ja noch lang“, bleibt Bernd Kemper „ganz vorsichtig optimistisch“.

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