Am Reittherapiezentrum in Stadtlohn plant der Verein Fortuna ein „Haus der Begegnung". Eine Unterstützung finanzieller Art lehnte der Vredener Sozialausschuss ab. © Markus Gehring
Reittherapiezentrum

„Nicht unsere Aufgabe, einen Verein in Stadtlohn zu unterstützen“

Der Verein Fortuna aus Stadtlohn ist an die Stadt Vreden mit der Bitte um Unterstützung für das geplante „Haus der Begegnung" herangetreten. Der Sozialausschuss lehnte eine Unterstützung ab.

Ein „Haus der Begegnung“ plant der Verein Fortuna am Reittherapiezentrum in Stadtlohn. Mit dem Großprojekt soll zukünftig die Beherbergung von Menschen mit Behinderung, Familien mit behinderten Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland und dem Ausland möglich werden.

Voraussichtlich 4,2 Millionen Euro wird dieses kosten, der Verein hat dazu insgesamt bereits 30 Anträge auf Förderung gestellt, teilt dieser mit. Zum Teil schon erfolgreich. Auch an die Stadt Vreden trat der Verein heran. Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Generationen und Ehrenamt lobten dieses Projekt zwar ausdrücklich, der Antrag auf Unterstützung wurde aber einstimmig abgelehnt.

Keine Förderung eines nicht in Vreden ansässigen Vereins

Über 30 Jahre habe der Verein bis heute auch für Menschen mit Behinderung aus Vreden Leistungen für die Teilnahme an der Reittherapie erbracht, wenn diese nicht imstande waren, die Teilnehmergebühr zu bezahlen, teilt der Verein Fortuna im Antrag mit. Das erkannten die Ausschussmitglieder auch an. Aber aus einem besonderen Grund wolle man von einer Förderung absehen: Man würde einen Präzedenzfall schaffen.

„Das Projekt ist nur zu begrüßen. Wir haben aber Bauchschmerzen, weil der Verein nicht in Vreden ansässig ist“, erklärte der erste Beigeordnete Bernd Kemper den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit Negativbescheid. Zudem gebe es in der Stadt ähnliche Angebote der Reittherapie.

Der Erste Beigeordnete zog einen Vergleich: Der Zuschuss zum Tierheim Ahaus müsse differenziert betrachtet werden: „Da ‚erkaufen‘ wir uns im Grunde eine Dienstleistung.“ Nämlich die ordnungsbehördliche Unterbringung von Fundtieren aus Vreden, die den damaligen Zuschuss somit rechtfertige. Ähnlich sah es Gisela Waning für die CDU: „Eine tolle Sache. Es ist aber nicht unsere Aufgabe, einen Verein in Stadtlohn zu unterstützen.“ Man würde sonst auch Begehrlichkeiten wecken; das Angebot in Vreden selbst sei ein gutes. Grundsätzlich sei womöglich eher der Kreis Borken der richtige Ansprechpartner.

Rat hatte im Juni bereits Bedenken geäußert

Das wäre dann eine Entscheidung auf Bürgermeisterebene, erklärte Bernd Kemper. Er berichtete von einer ähnlichen Tendenz in den Nachbarkommunen. Dem Vorredner schloss sich dann auch Christel Kovermann seitens der FDP an: „Ich sehe es genauso wie Sie.“ Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.

Der Rat der Stadt Vreden hatte in seiner Sitzung am 29. Juni bereits Bedenken geäußert, ob ein ortsfremder Verein gefördert werden solle. Zur vertiefenden Beratung war der Antrag an den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Generationen und Ehrenamt verwiesen worden.

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