Prügelei auf der Vredener Kirmes bleibt ungeklärt

Gerichtsverhandlung

Anderthalb Stunden wurden die fünf Zeugen im Amtsgericht Ahaus gestern befragt. Weil die Aussagen der Zeugen sich allerdings widersprachen, blieb der Richterin nichts anderes übrig, als den Angeklagten freizusprechen. Was an jenem 6. September 2015 auf der Kirmes in Vreden also wirklich geschehen ist, blieb unklar. Das Urteil sorgte sogar für wütende Tränen.

VREDEN

, 12.04.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 31-Jähriger aus Vreden war wegen körperlicher Misshandlung angeklagt worden: Ein 23-Jähriger sei nach eigenen Aussagen nach dem Besuch der Kirmes von ihm angegriffen worden. Ganz plötzlich habe er ihm von hinten die Füße weggetreten. Dabei sei er mit seiner rechten Schulter auf einer erhöhten Bordsteinkante aufgekommen.

Dadurch brach er sich die Schulter, die operiert werden musste. Vorher habe sich der 23-Jährige mit seiner Freundin gestritten, berichtete er. Dabei sei es zu Pöbeleien mit anderen Personen gekommen. Der Streit sei allerdings schnell geklärt worden.

Andere Version

Die Version des Angeklagten erzählte eine andere Geschichte: "Ich habe nichts gemacht!" Und auch zwei Zeugen berichteten von zwei Angriffen und Prügelattacken von Seiten des 23-Jährigen. "Er hat einfach drauflos geschlagen. Er war wie von Sinnen", so eine Bekannte des Angeklagten, die mit ihm unterwegs war.

Ein junger Mann, der die Prügelei durch Zufall gesehen hatte, hatte Zivilcourage bewiesen und eingegriffen. Nach seinen Aussagen hätte das Opfer auf dem Angeklagten gesessen und auf ihn eingeschlagen.

Frage des Tathergangs

Nach dem Prozess stand fest: Aufgrund von widersprüchlichen Zeugenaussagen konnte der Tathergang nicht festgestellt werden. Die Entscheidung ließ den 23-Jährigen nicht kalt. Aufgebracht und wütend kamen ihm die Tränen.

Für ihn ist die Sache nicht beendet: Er will Schmerzensgeld einklagen.

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