Rat beschließt gegen Stimmen der Grünen Flächennutzungsplan

Keine Einigkeit

Spaß hat es allen gemacht. Viel Zeit haben sie gemeinsam investiert, nur bei der letzten Abstimmung über den neuen Flächennutzungsplan kamen noch einmal unterschiedliche politische Standpunkte zum Tragen.

VREDEN

, 03.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Rat beschließt gegen Stimmen der Grünen Flächennutzungsplan

Der neue Stadteingang Süd – sein Bau macht derzeit erkennbare Fortschritte. Auch für solche Areale regelt der Flächennutzungsplan, was dort möglich ist. Rund um die Hamalandhalle ist dort „Fläche für Gemeinbedarf“ festgelegt.

Die Fraktion der Grünen hat in der jüngsten Ratssitzung gegen den sogenannten Feststellungsbeschluss gestimmt, mit dem der Stadtrat das umfangreiche Werk verabschiedet hat. Der Haken daran aus Sicht der Grünen: Der Plan enthält auch Suchräume für eine Spange zwischen dem Industriegebiet Gaxel und der Baumwollstraße, die aus ihrer Sicht von vornherein ausgeschlossen gehören.

Der Flächennutzungsplan stellt wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt. Er legt fest, welche Flächen für welche Nutzung geeignet sind. Damit regelt er viele Fragen: Wo neue Wohngebiete oder Industrieflächen entstehen sollen zum Beispiel, wo Platz für die Natur oder die Landwirtschaft reserviert bleibt, welche Verkehrsadern heute oder morgen wichtig sind.

Perspektiven für Wachstum

"Wir beenden heute einen Prozess, der 2007 begonnen wurde", blickte Joachim Hartmann auf die lange Entstehungsgeschichte des neuen Flächennutzungsplans zurück. Er zeige die Perspektiven für das Wachstum der Stadt auf, machte der Leiter des Fachbereichs Bauen bei der Stadt Vreden deutlich. Der Plan bringe einen beachtlichen Zuwachs. Das gelte insbesondere für die gewerbliche Entwicklung. Die Arbeit daran sei spannend gewesen: "Wir haben viel über Einzelflächen diskutiert", blickte er zurück auf das gemeinsame Wirken in der Kommission, dem Vertreter von Verwaltung und Politik angehört hatten.

60 Hektar betrage das Potenzial für Industrie und Gewerbe, 26,3 Hektar fürs Wohnen, bilanzierte Hartmann. Der Flächennutzungsplan werde nun nach dem Beschluss des Rates zur Genehmigung bei der Bezirksregierung in Münster vorgelegt: "Wir rechnen damit, zum Herbst die Genehmigung zu bekommen."

Ausreichend beraten

Der neue Flächennutzungsplan sei ausreichend beraten worden, befand CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Gewering. Der Plan sei von großer Bedeutung von Vreden, er bilde den Rahmen für die künftige Entwicklung. Gewering bedauerte es, dass die Grünen nicht dafür stimmen mochten: "In einer so komplexen Planung wird jeder etwas finden, hinter dem er nicht zu 100 Prozent stehen kann."

Für die SPD schloss sich ihr Fraktionsvorsitzender Reinhard Laurich an. Er dankte den Mitgliedern der Kommission, die sich über Jahre derart durch die umfangreiche Materie durchgeackert haben. Zu diesem Gremium gehörte auch Gerd Welper. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen berichtete, dass die Arbeit am neuen Flächennutzungsplan sehr intensiv gewesen sei und in einem guten Arbeitsklima stattgefunden habe: "Von daher hätte ich sicherlich gerne zugestimmt." Er sei aber dagegen, eine Straßentrasse durch ein Waldgebiet zu führen, und sei es auch nur als Suchgebiet für die endgültige Trassenführung.

Weichen für die Zukunft

"Wir stellen mit dem neuen Flächennutzungsplan die entscheidenden Weichen, um die Zukunft unserer Stadt und ihre Entwicklung zu steuern", betonte Heinrich Noldes (FDP). Seine Fraktion stimme zu. Das galt auch für UWG. "Wir hätten den einen oder anderen Punkt auch sicher anders gesehen", sagte Heinz-Josef Ostendorf. Dennoch stimme die UWG dafür.

Zum Schluss gab es trotz aller politischen Unterschiede noch ein ganz dickes Lob von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch für alle Beteiligten: "In der Kommission herrschte wirklich ein ganz fantastisches Arbeitsklima, und wir haben ein hervorragendes Ergebnis erzielt."

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