Ruhrgebeat rockt Münsterland

Vreden Es war zumindest musikalisch die heißeste Sommernacht diesen Jahres in Vreden, und auch meteorologisch hatte Petrus dem Party-Volk auf dem Domhof beste Voraussetzungen für einen großartigen Abend geschaffen.

22.07.2007, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Rockorchester Ruhrgebeat hatte die Autobahnausfahrt Coesfeld genommen und sich ins tiefe Münsterland verirrt. "34 Musiker stehen heute Abend für Sie auf der Bühne", rief Christian Müller-Espey, der große Entertainer unter großen Entertainern, nach einem furiosen Intro ins Publikum. Und da staunte Vreden nicht schlecht. Selbst in den 70er Jahren wäre diese Kleidung mutig gewesen, aber zur Unterhaltung des Publikums fuhr das Orchester noch größere Geschütze auf.

Die größten Hits der vergangenen 50 Jahre gewaltig arrangiert, perfekt dargeboten und mit dem richtigen Händchen auf den Punkt gebracht, wurden ergänzt um bunte Kostüme, die zu jedem Stück wechselten. Hinter der Bühne ging es zu wie bei einer Modenschau, hektisch aber professionell.

Ob es die großen Hits von Elvis waren, Tina Turner, Queen oder Tom Jones, immer wieder überraschte das Orchester mit neuen Einlagen. Das Publikum sang mit. Wer hat denn sonst schon Violinisten auf Stühlen wild tanzen sehen? Wer hat Bläser gehört, die so kraftvoll spielen, dass es dem Publikum in der ersten Reihe fast die Mütze vom Kopf bläst, oder Gitarristen, die vor Bewegungsdrang beinahe einen Marathon zurück legen?

Lobeshymnen

Und damit nicht genug, auch ein springender und tanzender Dirigent, der barfuß über die Planken wetzt, hat Seltenheitswert. Dirigent Wolfgang Wilger ist übrigens auch sonst gut geerdet, der Vollblutmusiker ist Kirchenmusiker in der Liebfrauengemeinde in Gelsenkirchen. Das Publikum auf dem Domhof war hin und weg und überschlug sich in Superlativen: "einzigartig", "unbeschreiblich" bis hin zu "unübertrefflich" hieß es da. Das war auch für die weiteren Stars des Abends eine Herausforderung. Wie gut, dass auch Schlagerstar Bernie Paul für zwei Stücke auf die Unterstützung des Orchester bauen konnte. "Das macht doch viel mehr Spaß als ganz alleine auf der Bühne zu stehen", freute er sich. Aber auch die "Eisbrecher" der Band Sunwave, wie sie Veranstalter und Moderator Michael Schädel nannte, machten ihren Job gut - und einer muss ja anfangen. Erst nach zwei Zugaben wurde spät in der Nacht ddas Konzert beendet. Vielleicht besteht ja die Hoffnung, dass die größte Rock-Band der Welt mal wieder in Vrede n vorbei schaut. Frank Wissing

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