Sanierung der Stiftskirche geht in den Endspurt

Dem Zahn der Zeit getrotzt

Eine feine Staubschicht bedeckt die Stoffbahnen, mit denen der Boden ausgelegt ist. Scheinwerfer erhellen die Baugerüste, die an beiden Innenseiten des langgestreckten Baukörpers emporragen. Es sieht nach Arbeit aus in einem Raum, der sonst eher feierlichen Momenten vorbehalten ist.

VREDEN

, 11.11.2016, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sanierung der Stiftskirche in Vreden geht in den Endspurt. Ein neues Kapitel in der langen Geschichte eines Gotteshauses, dessen Wurzeln bis weit ins Mittelalter zurückreichen. "Die Kirche ist vom Fundament bis zum Dach innen und außen saniert worden", blickt Stephan Bengfort von der Zentralrendantur zurück auf die mittlerweile dreijährige Renovierung. 2013 ging es zunächst darum, die Fundamente wieder zu verfestigen. In einem Spezialverfahren kam ein Gemisch aus Wasser und Zement in die Erde, wo es einen Betonsockel bildete - 20 solcher Pfähle tragen nun die Süd- und Westseite. Danach richtete sich der Blick auf die Fassade: Innen- und Außenwand mussten mit der Füllung dazwischen wieder in eine stabile Verbindung gebracht werden. "Beim Wiederaufbau nach dem Krieg ist mit Schutt aufgefüllt worden", erklärt Architekt Gereon Rasche aus Billerbeck die besonderen Umstände der Nachkriegszeit.

Risse beseitigt

Die Arbeit an den Fassaden war im Frühjahr 2015 abgeschlossen, seit Sommer dieses Jahres richteten sich die Blicke auf das Innenleben der Kirche. Risse in den Fassaden mussten beseitigt werden, neue Technik in Gestalt von Beleuchtung und Lautsprechern hielt Einzug, der Fußboden wurde von den Wänden getrennt - damit die Feuchtigkeit sich nicht mehr unter der Platte sammeln und an den Wände hochziehen kann. Nicht zuletzt bekommen die einen neuen Kalkanstrich in klassischer Form.

Besondere Aufgabe

"In zwei Wochen werden Gerüste abgebaut, in der ersten Hälfte gibt es noch Restarbeiten und dann kann die Kirche wieder eingeräumt werden", berichtet Gereon Rasche. Für ihn war es eine besondere Aufgabe, die Sanierung der Stiftskirche zu begleiten: "Es ist sehr reiner romanischer Baustil und die Kirche hat natürlich auch ein besonders hohes Alter."

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Einblicke in die fast fertig sanierte Stiftskirche

1,36 Millionen Euro sind in die Sanierung der Stiftskirche St. Felizitas geflossen.
11.11.2016
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© Foto: Thorsten Ohm
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Blick auf die Stiftskirche von Südwesten aus.© Foto: Thorsten Ohm
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Wunderbar sei die Krypta, die Felizitas-Kirche zeige an vielen Stellen besonders schöne Details. Wer sich von der Freude des Fachmanns anstecken lassen will, hat dazu am heutigen Samstag die Gelegenheit: um 15 Uhr bei einer Bauführung, Treffpunkt am Portal.

Millioneninvestition

Die Sanierung der Stiftskirche hat erhebliche Investitionen erforderlich gemacht. Der größte Teil der dafür notwendigen Mittel ist in die Arbeiten an der Außenhülle geflossen: Die betreffenden Bauabschnitte schlagen in der Bilanz mit 1,005 Millionen Euro zu Buche.

Aber auch die Innenrenovierung kostet: Dafür sind 355.500 Euro vorgesehen. Somit liegen die Gesamtkosten für die Sanierung der Stiftskirche St. Felizitas bei 1,36 Millionen Euro. Den größeren Teil davon deckt das Bistum Münster ab, aber auch die Vredener Kirchengemeinde St. Georg selbst bringt Mittel dafür auf. Schließlich gibt es sogar Spenden, die für diesen Zweck vorgesehen sind, berichtete Stephan Bengfort von der Zentralrendantur Ahaus-Vreden beim Vor-Ort-Gespräch.

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