Schläger geht ins Gefängnis

Berufung zurückgezogen

Ein mehrfach vorbestrafter Schläger aus Vreden hat am Dienstag seine Berufung am Landgericht Münster zurückgezogen. Jetzt geht der Mann ins Gefängnis.

MÜNSTER/VREDEN

11.08.2015, 17:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schläger geht ins Gefängnis

Das Landgericht in Münster.

Das Amtsgericht Ahaus hatte den 27-Jährigen im März wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt.

Der Mann hatte im Juni 2014 dem Bruder seiner Ex-Freundin mit einem Baseballschläger unter anderem mehrere Rippen gebrochen und sich anschließend gegen die Mitnahme zur Wache durch zwei hinzu gerufene Polizeibeamte gewehrt. Seinerzeit war der mehrmals wegen Gewalt-, Drogen- und Diebstahldelikten vorbestrafte Vredener auf Bewährung.

Koordiniert vorgegangen

Das Urteil des Amtsgerichts wollte er nun anfechten. Begründung: Er sei durch einen Cocktail aus Alkohol, Drogen und Beziehungsstress nicht schuldfähig gewesen. Diesem Vorhaben räumte der Richter am Dienstag allerdings kaum Erfolgschancen ein. Vielmehr äußerte er „erhebliche Zweifel“, ob überhaupt eine eingeschränkte Schuldfähigkeit vorliege, wie sie das Amtsgericht angenommen hatte.

Grund sei das „sehr koordinierte“ Vorgehen des Angeklagten während der Tat. Der Mann hatte den Bruder seiner Ex in deren Wohnung verprügelt und das Opfer danach zweimal aufgefordert, mit ihm den Tatort zu verlassen. Er wolle die Frau zurückgewinnen, deshalb dürfe diese ihren Bruder nicht in diesem Zustand sehen, soll er gesagt haben.

Neue Freundin gewürgt

Aus dem Liebescomeback wurde nichts. Heute ist der 27-Jährige mit einer anderen Frau zusammen, die am Dienstag auch anwesend war. Warum das an dieser Stelle wichtig ist? Weil er diese laut einem weiteren Urteil des Amtsgerichts Ahaus vom Juli 2014 in der Wohnung seiner Oma gewürgt haben soll. Dafür saß er sechs Wochen in Untersuchungshaft. Und auch gegen dieses Urteil ging er in Berufung.

Zu einer Verhandlung wird es in dieser zweiten Sache aber nicht kommen. Auf Anraten des Richters wurde nun reiner Tisch gemacht. Der Angeklagte zog beide Berufungen zurück und verzichtete auf Entschädigung für die verbüßte U-Haft. Dafür wird das zweite Verfahren eingestellt. Dem Vredener hätten sonst bis zu vier Jahre Haft gedroht.

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