Schönheitskur für Stadtpark

Viele Ideen

Als Radfahrer auf Tour per App die Übernachtung buchen, per Smartphone dann die Tür zu einer ungewöhnlichen Unterkunft direkt an der Berkel öffnen – das und vieles mehr könnte im Stadtpark in Vreden Wirklichkeit werden. Die Pläne zur Erneuerung kamen im Bauausschuss richtig gut an.

VREDEN

, 08.09.2017, 19:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schönheitskur für Stadtpark

Jean und Mila befahren mit ihren Rädern die BMX Strecke im Stadtpark. Für diesen westlichen Bereich gibt es eine besondere Idee: Dort kreative Übernachtungsmöglichkeiten für Radtouristen anzubieten.

Das „Radfahrer-Motel“ stellt dabei einen von mehreren Bausteinen dar, zusammengefasst in einer Zukunftsvision für einen Teil der Parklandschaft an der Berkel, die bislang eher ein Randdasein führte. Der nördliche Teil des Stadtparks zwischen Stadtgraben und Berkel erfährt durch den Spielplatz und das Bauernhausmuseum eine intensive Nutzung. Weniger attraktiv sei der Stadtpark südlich der Berkel, so die Verwaltung. Er diene dort in erster Line als Grünanlage. Erste Überlegungen zur Attraktivierung waren bei der Bewerbung zur Landesgartenschau aufgekommen.

Land hat Förderprogramm aufgelegt

Nun hat sich eine Chance ergeben, die Ideen schnell Wirklichkeit werden zu lassen: Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein Förderprogramm aufgelegt. Mittel daraus müssen allerdings noch in diesem Jahr beantragt werden. Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Bauen, machte dies deutlich: „Der Förderantrag drängt.“ Peter Davids vom Essener Büro DTP stellte die schon recht konkret gediehenen Pläne vor. Er richtete den Blick zunächst auf den neuen Festplatz, der im östlichen Teil entstehen soll. Der Platz bietet die Möglichkeit zum Aufbau eines großen Schützenzeltes. Die Sitzmöglichkeiten im Park sollen erhalten bleiben, die Standorte der Skulpturen seien zu überprüfen. Ein Vorplatz könnte den Eingang zum Festplatz markieren.

"Park ist etwas unübersichtlich"

Der Park selbst soll vom Bewuchs her eine Auslichtung erfahren. Peter Davids: „Er ist schön, aber zum Teil etwas unübersichtlich.“ Eine Art Sport-Pfad soll Fitnessgeräte für jede Generation anbieten. Die BMX-Strecke im Westen des Parks böte ein besonderes Potenzial. Peter Davids schlug vor, dort kleine, hüttenartige Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer anzubieten, buchbar per App und zugänglich per Smartphone. Das Vorbild dazu gebe es in Bottrop: „Das ist dort ein Renner!“ Für eine solche Anlage könne die Stadt die Voraussetzungen schaffen, hinzukommen sollte ein privater Betreiber.

Positive Reaktionen bei Kommunalpolitikern

Die Politik reagierte über alle Fraktionen hinweg sehr positiv auf diese Planungen. „Eine schöne Vorstellung. Und wenn wir Fördermittel bekämen, wäre das doch toll“, sagte Hendrik Mulder (FDP). „Die Idee ist gut“, meinte Stephan Bengfort (CD). Er regte angesichts der wachsenden Bedeutung des Radtourismus an dieser Stelle an, bei den Hütten auch eine Ladestation für E-Bikes zu schaffen. Nicht zuletzt aus Sicht seines Schützenvereins begrüßte Reinhard Laurich (SPD) die Pläne für Park samt Festplatz. Das sei eine gelungene Optimierung, ohne den Anspruch an Ruhe und Erholung aufzugeben. Ähnlich sah es auch Elmar Kampshoff (UWG): „Das schafft eine Menge Möglichkeiten für Veranstaltungen auch über das Schützenfest hinaus.“ Gerd Welper begrüßte für die Grünen die Planung. Er wies auf Ersatzpflanzungen hin, erinnerte aber auch an die neue Situation für die Nachbarn des Parks: „Die Anlieger werden sich sicherlich melden.“ Für das Fahrrad-Motel werde die Stadt sicherlich einen Betreiber finden. Der Bauausschuss hat nach kurzer Aussprache einstimmig beschlossen, dem Rat das Stellen eines Förderantrags bei der Bezirksregierung zu empfehlen.

In Kürze

  • Das Vorbild für das kleine Hotelprojekt im Stadtpark stellt das Parkhotel Bernepark in Bottrop dar, das durch eine künstlerische Initiative entstanden ist.
  • Für die Realisierung sind dort fünf Kanalrohre in Schlafkabinen umgewandelt worden – in Vreden ist an eine Holzvariante gedacht. Die Kabinen bieten volle Stehhöhe, Doppelbett, Stauraum, Licht, Netzstrom, Wolldecken und Hüttenschlafsäcke.
  • Alle anderen hotelspezifischen Einrichtungen wie Toiletten, Duschen, Minibar, Cafeteria und mehr decken Einrichtungen im direkten Umfeld ab.
  • Das Konzept erfreut sich insbesondere bei Radwanderern großer Beliebtheit, für die das Ruhrgebiet heute ein interessantes Ziel für Erkundungen darstellt.

 

 

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