Die Besetzung des Schulleiterpostens an der Sekundarschule in Vreden ist weiterhin ungeklärt. © Victoria Garwer
Sekundarschule Vreden

Schulleitung Sekundarschule: Jetzt muss die Bezirksregierung wieder ran

Die Gerichte haben entschieden, jetzt muss die Bezirksregierung die Vorgaben umsetzen. Bei der Frage, wer die Schulleitung der Vredener Sekundarschule übernimmt, zeichnet sich ein Ergebnis ab.

Die juristische Auseinandersetzung rund um die Schulleiterstelle an der Vredener Sekundarschule ist beendet. Das Oberverwaltungsgericht hat in der vergangenen Woche eine Beschwerde des externen Bewerbers zurückgewiesen und keine Berufung mehr zugelassen.

Doch die Angelegenheit hat sich damit noch immer nicht vollständig erledigt. Denn das Gericht hat nicht darüber entschieden, wer denn nun die Stelle als Schulleiter bekommt. Das ist weiterhin die Aufgabe der Bezirksregierung Münster.

Dort muss nun also das Verfahren weitergeführt werden. „Die Bezirksregierung führt derzeit schon Gespräche mit den Beteiligten“, heißt es auf eine schriftliche Presseanfrage. Das Bewerbungsverfahren werde aber nicht ganz von vorne gestartet. Theoretisch können noch immer beide Bewerber den Job bekommen.

Gerichte kippen Entscheidung der Bezirksregierung

Sowohl das Verwaltungs- als auch das Oberverwaltungsgericht haben geurteilt, dass das bisherige Verfahren der Bezirksregierung nicht richtig war. Inhaltlich wurden beide Bewerber jeweils gleich mit Spitzennoten bewertet.

Bei der Bezirksregierung war man der Meinung, dass in diesem Fall der externe Bewerber bevorzugt werden muss, da er schon einmal Leiter einer Schule war, die geschlossen wurde.

Gegen diese Entscheidung hatte die unterlegene Bewerberin ein Eilverfahren am Verwaltungsgericht angestrengt. Der Richter dort urteilte in ihrem Sinne, dagegen reichte der externe Bewerber Beschwerde ein, die das Oberverwaltungsgericht nun zurückwies.

Beide Gerichte sind sich einig. Aus ihrer Sicht zählt nur der Status quo und dabei steht die interne Bewerberin, die schon lange an der Sekundarschule arbeitet, hierarchisch über dem externen Bewerber. „Das Gericht gewichtet die Bewerbung der internen Bewerberin stärker, da sie aktuell ein statusrechtlich höheres Amt bekleidet“, ordnet die Bezirksregierung ein.

Offiziell gibt es noch kein Ergebnis

Da die Bezirksregierung in dem neuen Verfahren nun die Vorgaben der Gerichte umsetzen muss, ist es also durchaus wahrscheinlich, dass am Ende die interne Bewerberin den Job bekommt. Aber: „Offiziell gibt es noch kein Ergebnis“, heißt es von der Bezirksregierung.

Die ganze Angelegenheit hat in Vreden schon jetzt für reichlich Zoff und Unmut gesorgt. Ende Januar 2021 war die langjährige Schulleiterin Gisela Huning in den Ruhestand verabschiedet worden. Schon damals stand fest, dass es zwei Bewerber um die Stelle gibt.

Wie üblich durften zunächst Lehrer, Eltern und Schüler in Form der Schulkonferenz ihre Meinung kundtun. Sie sprachen sich für die interne Bewerberin aus. Die Politiker im Schulausschuss hingegen empfahlen den externen Bewerber. Die Mitglieder der Schulkonferenz fühlten sich übergangen und machten die Ungereimtheiten öffentlich.

Sekundarschule wird zurzeit kommissarisch geleitet

Die endgültige Entscheidung jedoch lag immer bei der Bezirksregierung; Schulkonferenz und Schulausschuss können nur Empfehlungen abgeben. Die Bezirksregierung schließlich entschied sich aus den genannten Gründen für den externen Bewerber. Genau diese Entscheidung haben die Gerichte gekippt.

Nach langem Streit sieht es nun also so aus, als würden Lehrer, Eltern und Schüler die von ihnen bevorzugte Schulleiterin bekommen. Wann die Bezirksregierung eine offizielle Entscheidung trifft, kann sie noch nicht sagen.

Aktuell wird die Schule kommissarisch durch den stellvertretenden Schulleiter geleitet, der laut Bezirksregierung bereits durch zusätzliches Personal in dieser Aufgabe unterstützt wird.

Für Bürgermeister Dr. Tom Tenostendarp ist momentan vor allem eines wichtig: „Wir sind froh, wenn die Schule endlich eine neue Schulleitung bekommt.“ Die Verwaltung habe sich bewusst nie für einen Bewerber positioniert. Der oder die Beste solle im richtigen Verfahren den Job bekommen, sagt Tom Tenostendarp.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer