Schulsozialarbeit: Interessen von Jugendhilfe und Schule abwägen

Vereinbarung mit dem Kreis treffen

VREDEN Die Belange der Jugendhilfe und die Belange der Schule sollen gegeneinander abgewogen werden beim Arbeitsfeld "Schulsozialarbeit", das die Stadt als künftiger Träger der Stelle mit dem Kreis in einer Vereinbarung umreißen wird. Und auch die Schulen sollen mit am Tisch sitzen, macht Erster Beigeordneter Dr. Christoph Holtwisch in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag deutlich.

von von Anne Winter-Weckenbrock

, 28.05.2009, 15:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei Drogenprojekttagen - wie hier an der Vredener Realschule  - werden auch Mitarbeiter des Jugendwerkes Vreden eingebunden. Für die bald fusionierte Hauptschule will die Stadt eine eigene Schulsozialarbeit-Stelle einrichten.

Bei Drogenprojekttagen - wie hier an der Vredener Realschule - werden auch Mitarbeiter des Jugendwerkes Vreden eingebunden. Für die bald fusionierte Hauptschule will die Stadt eine eigene Schulsozialarbeit-Stelle einrichten.

Dafür machte sich in der Sitzung Gisela Huning (CDU) stark: "In der Praxis hat es an Effektivität gefehlt", blickte die Leiterin der St. Georg-Schule auf die Schulsozialarbeit nach dem "Isselburger Modell" zurück, bei denen die Sozialarbeiter personelle beim Kreisjugendamt angesiedelt waren. Es sei bei der Schulsozialarbeit wichtig, dass alle in eine Richtung gingen und an einem Strang zögen, erläuterte Huning. Und um dies zu erreichen, wollte sie die Interessen der Schulen künftig etwas mehr berücksichtigt wissen uns plädierte dafür, die Schulen mehr einzubeziehen als -trotz Gesprächen mit dem Kreis - bislang geschehen. "Gewollt ist, dass die Schule mehr Einfluss haben wird", entgegnete Dr. Christoph Holtwisch und verwies darauf, dass die Schule auf jeden Fall in die Personalauswahl eingebunden werde.

Unabhängigkeit

Einen anderen Aspekt der Übernahme der Schulsozialarbeit in die kommunale Verantwortung nahm die SPD erneut in den Fokus: Sie plädierten für möglichst viel Unabhängigkeit für die Schulsozialarbeiter-Tätigkeit: Dies durch eine personelle Anbindung nicht an die Stadt als Schulträger, sondern an das Jugendwerk. Und auch die Einflussnahme der Schule sah Fraktionsvorsitzender Reinhard Laurich kritisch: "Das gibt doch kein Vertrauen, wenn der Sozialarbeiter bei der Schulleiterin auf dem Schoß sitzt", formulierte er es überspitzt. Autonomie für den Schulsozialarbeiter sei ein Kernpunkt für die SPD, so Laurich.

Autonomie könne aber zu Fehlentwicklungen führen, warnte Gisela Huning: "Im schlimmsten Fall arbeitet man neben einander her." Die Vertreter von CDU undGrünen sahen dies ebenso, die SPD- und UWG-Vertreter stimmten dagegen. ewa

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