Soziales Jahr in Namibia ist tolle Erfahrung

Emma Galbraith

Viele neue Eindrücke hat Emma Galbraith seit August 2015 gesammelt. Die Beschäftigung mit 167 Schulkindern im Alter von 5 bis 16 Jahren in einem Schulhostel in Tses/Namibia bereichert ihr Leben. Ihren Entschluss, nach dem Abitur ein vom Bistum Münster organisiertes freiwilliges soziales Friedensjahr zu absolvieren, hat sie nicht bereut. Im Gegenteil.

VREDEN

, 11.02.2016, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemeinsam mit Jano Fischer aus Dülmen trat sie am 23. August die neunstündige Flugreise von Frankfurt bis nach Windhoek an. Von dort ging es 400 Kilometer mit einem Minibus nach Tses, das einsam in der Steppe liegt. Die dortige katholische Schule und das angegliederte Hostel werden von Ordensschwestern geleitet, die Emma alle herzlich empfingen.

An die trockene Hitze und die namibianische Lebensweise musste sie sich erst gewöhnen. "Zurzeit ist bei uns Sommer, mit Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad. Da spielen wir mit den Kindern nachmittags auch nur im Schatten", erzählt die 19-jährige. Gesellschaftsspiele und Kartenspiele sind bei den Kindern sehr beliebt.

Arbeitstag beginnt früh

Morgens beginnt Emmas Tag sehr früh: Um 5.40 Uhr holt sie Getränke und Brote für die Schulkinder aus einem Kühlhaus. Die Mädchen und Jungen essen zum Frühstück entweder Porridge oder Brote, die Emma am Tag zuvor mit Marmelade, Butter oder Erdnussbutter bestrichen hat. Nach dem Frühstück hilft Emma in der Küche bei den Vorbereitungen für das Mittagessen und fegt die Halle aus. Nachmittags beschäftigt sie sich mit den Kindern und hilft beim Abendessen. Von 19 bis 20 Uhr betreut sie die Schulkinder bei den Hausaufgaben und dann ist endlich Feierabend. "Wenn ich Zeit habe, genieße ich auf einer Düne den atemberaubenden Sonnenuntergang. Der ist besonders schön, da der Himmel oft sternenklar ist und man eine sehr gute Fernsicht hat, denn es gibt keine Bäume und keine Straßenbeleuchtung", erzählt die Vredenerin.

Weit fahren zum Einkaufen

Zum Einkaufen fährt sie mit Jano einmal pro Woche mit einem Pick-Up ins 80 Kilometer entfernte Keetmanshoop. In Tses gibt es nur einen kleinen Shop, wo man nur wenige Grundnahrungsmittel kaufen kann. In Keetmanshoop befindet sich auch die Poststelle, in der Emma jede Woche gespannt fragt, ob ein Brief oder ein Päckchen für sie angekommen ist. Außerdem wohnt dort die deutsche Ordensschwester Schwester Elisabeth Lünebrink, die ihr als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht.

"Die Ordensschwestern und alle Mitarbeiter im Internat sind sehr nett. Ich verstehe mich mit allen gut", freut sich Emma Galbraith. Sonntags nimmt sie natürlich am Gottesdienst teil. Für die Messdienerleiterin der Gemeinde St. Georg sind die Gottesdienste eine ganz tolle Erfahrung. Sie dauern länger, eineinhalb bis zwei Stunden, und es ist für Emma ein Höhepunkt, wenn der Chor singt und alle Teilnehmer tanzen und klatschen. Die Lebendigkeit begeistert sie ganz besonders. 

Wunsch nach Unterstützung für Projekt 

Gemeinsam mit Jano Fischer hat Emma Galbraith jetzt eine Idee für ein neues Projekt im Internat entwickelt. Beide möchten für die Kinder gerne eine Spiel- und Leseecke einrichten – die mit Regalen, englischen Kinder- und Jugendbüchern und Gesellschaftsspielen ausgestattet werden soll. Außerdem wollen sie einen Lesewettbewerb organisieren, um die Mädchen und Jungen sprachlich zu fördern. Die Familien der Schüler wohnen weit entfernt von den Schule. Daher werden sie in der Schule mit dem angegliederten Hostel unterrichtet, damit ihnen ein regelmäßiger Schulbesuch mit Vollverpflegung ermöglicht wird.

Emma ist für sie daher, genau wie die anderen Betreuer, eine gute Kameradin und die jüngsten Schüler umarmen die Vredenerin manchmal ganz herzlich. „Ich wusste vorher nicht, was auf mich zukam. Man muss hier sein, um das zu erleben“, kommentiert Emma Galbraith ihre Eindrücke. Sie freut sich auf den Besuch ihrer Familie, die in den Osterferien nach Namibia reist. „Ich genieße das Jahr in vollen Zügen und bin froh über die ganz besonderen Lebenserfahrungen,“ sagt Emma Galbraith.

 

  • Jeder, der das Projekt von Emma Galbraith unterstützen möchte, erhält nähere Infos per E-Mail: emma.galbraith@yahoo.de.
  • Infos gibt es in einem Internet-Blog: www.fsj-in-namibia.blogspot.com
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