SPD-Kandidat Norbert Wesseler zeigt in Zwillbrock keine klare Kante

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Norbert Wesseler (SPD) will Bürgermeister von Vreden werden. Beim Ortstermin am Freitag in der Biologischen Station hörte er viel zu, behielt seine Ziele aber für sich.

Vreden

, 04.09.2020, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ortstermin für Norbert Wesseler (61): Der SPD-Bürgermeisterkandidat besucht am Freitagmittag die Biologische Station Zwillbrock. Dort war er zuletzt im einem Bürgermeisterwahlkampf vor einigen Jahren. „Es ist gut, sich auf den aktuellen Stand zu bringen“, erklärt der SPD-Kandidat, der zum vierten Mal versucht, die Bürgermeisterwahl in Vreden zu gewinnen.

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Gut eineinhalb Stunden redet vor allem Dr. Dietmar Ikemeyer, Geschäftsführer der Biologischen Station: über steigenden Tourismus, die gute Zusammenarbeit mit dem Vredener Stadtmarketing, die Flamingos als Marke, die enorme Trockenheit und ihre Folgen für Natur und Naturschutz, den begonnenen Umbau der Dorfschule zum Hostel – kurz: Er fegt im gestreckten Galopp durch die aktuelle Arbeit der Biologischen Station. Norbert Wesseler hört zu.

Zusammenarbeit mit der Verwaltung funktioniert gut

Wie ein zukünftiger Bürgermeister der Biologischen Station helfen könnte? Der sei da gar nicht gefragt, erklärt Dietmar Ikemeyer. „Lasst uns einfach pragmatisch weiter arbeiten“, erklärt er. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei über Jahre gewachsen – und funktioniere auf der Sachebene gut. „Gebt uns nicht mehr Geld, gebt uns kein Personal, nehmt uns einfach die Bürokratie“, so Dietmar Ikemeyer. Inzwischen würden sein Team und er fast 70 Prozent der Arbeit am Schreibtisch verbringen. „Dabei sind wir doch einmal angetreten, um mit Menschen in Kontakt zu kommen“, erklärt er.

Gespräch mit Abstand: Wegen des Coronavirus mussten natürlich auch im Seminarraum der Biologischen Station Zwillbrock große Abstände eingehalten werden.

Gespräch mit Abstand: Wegen des Coronavirus mussten natürlich auch im Seminarraum der Biologischen Station Zwillbrock große Abstände eingehalten werden. © Stephan Rape

Norbert Wesseler nickt. Bürokratie kennt der Düsseldorfer Polizeipräsident zur Genüge. „Und jedes Mal, wenn von Bürokratieabbau die Rede war, ist es schlimmer geworden“, sagt er. Wieder einhelliges Nicken. Doch sind das Fragen, die kaum in Vreden beantwortet werden. Die Arbeit der Biologischen Station lobt er. Auch die Wirkung als Tourismusmagnet für die Stadt Vreden könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Vredener Politiker müssen unterstützen

Bei einigen lokalen Entwicklungen muss sich der SPD-Bürgermeisterkandidat von Kläre Winhuysen, Wilhelm Berendsen und Ulrike Nitsch helfen lassen. Die drei örtlichen SPD-Politiker begleiten ihn an diesem Tag. Dass jene Kneipe schon längst geschlossen und dieses Hotel schon seit Jahren als Unterkunft für Asylbewerber genutzt wird, ist wohl noch nicht bis Düsseldorf vorgedrungen.

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Ziele formuliert Norbert Wesseler an diesem Tag nicht. Nach dem Gespräch blickt Kläre Winhuysen skeptisch auf die Uhr. Für sie geht der Wahlkampf-Tag gleich beim SPD-Stand auf dem Vredener Markt weiter. Ob er sich dort ebenfalls blicken lässt, weiß Norbert Wesseler an diesem Tag noch nicht genau. Erst einmal möchte er nach Hause. „Von den Ständen auf dem Markt halte ich nicht viel“, erklärt er. In der Vredener Innenstadt komme er mit zu wenig Passanten in Kontakt. Ein Stand vor einem Supermarkt sei da schon besser. „Allerdings sind dort auch viele Menschen aus Ahaus oder Stadtlohn, die mich ja nicht wählen können“, räumt er ein.

Soziale Medien sind Zeitfresser

Setzt er also auf Soziale Medien, um seine Inhalte zu transportieren? „Nein, das ist nicht meine Welt“, sagt er. Auch diese Kanäle würden ja enorm viel Zeit fressen.

Seine Mitbewerber würden da schon enorm trommeln. „Die haben es auch einfacher, weil sie über ihre Parteien zu verschiedenen Vereinen oder Gruppen eingeladen werden“, erklärt Norbert Wesseler. Aber in diesem Wahlkampf sei ja sowieso wegen des Coronavirus alles ganz anders.

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In der Rückschau habe er vielleicht zu wenig gemacht. „Aber ich bin voll berufstätig und kann mir nicht einfach so Zeit freischaufeln“, sagt er. „Es ging nicht anders.“

„Ein intensiver Wahlkampf war das nicht“

Eine Woche Urlaub hatte er sich für den Wahlkampf genommen und verschiedene Ortstermine in Vreden absolviert: Beispielsweise am Bierbaum-Gelände, an der Tennishalle oder mit verschiedenen Bürgern. Ein intensiver Wahlkampf sei das allerdings nicht gewesen, gibt er offen zu.

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