Stadt nutzt Schulgebäude als Reserve

Diskussion im Rat

Einst bot es hunderten von Schülern einen Platz zum Lernen. Ob das ehemalige Gebäude der St.-Georg-Schule noch lange Bestand hat, scheint nach der vergangenen Ratssitzung offen.

VREDEN

, 21.09.2016, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt nutzt Schulgebäude  als Reserve

<p>Die St.-Georg-Schule an der Schabbecke <p></p> MLZ-Foto</p>

Der mehrteilige Bau aus den späten sechziger Jahren dient momentan als Reserve, um Flüchtlinge unterbringen zu können. Die Verwaltung will sich diesen Puffer zumindest für die nächsten Jahre erhalten. Jetzt schon eine Konzeption für die Zeit danach zu entwickeln, erschien dem Ersten Beigeordneten nicht sinnvoll.

Zwei oder drei Jahre als Reserve

Bernd Kemper reagierte damit eindeutig auf einen Antrag, den die UWG dazu gestellt hatte: „Die Frage der weiteren Verwendung stellt sich jetzt noch nicht.“ Bernd Kemper rief in Erinnerung, dass der Rat dazu bereits im Jahr 2014 einen Beschluss gefasst hatte: Die Verwaltung sollte Vorschläge erarbeiten und dabei Bürger und Vereine einbeziehen. Die Flüchtlingsproblematik hat dies in den Hintergrund gerückt: Zumindest für zwei bis drei Jahre sollte die Stadt das Gebäude als Einrichtung zur Erstaufnahme von Flüchtlingen reservieren. Alles Weitere lasse sich später klären: „Der Auftrag an die Verwaltung ist nicht vergessen.“ „Auch das ist ein Nutzungskonzept“, befand Elmar Kampshoff (UWG) mit Blick auf die jetzige Funktion des Schulgebäudes: „Wir wollten mit dem Antrag Klarheit gewinnen.“ Das sei geschehen. Bernd Kemper wies ergänzend darauf hin, dass die Fachräume nach wie vor für schulische Zwecke genutzt würden. Die freigezogene Hausmeisterwohnung werde künftig als Materiallager für die Versorgung der Flüchtlinge genutzt, die Pavillons abgerissen.

"Erhebliche Investitionen"

Auch wenn die Zahl der Zuweisungen derzeit nicht so hoch sei und sich die Gesamtzahl der Flüchtlinge etwas verringert habe, bleibe die Unterbringung eine dringende Aufgabe. Der Mietvertrag über die Räume im früheren Baumarkt an der Stadtlohner Straße würden zum Ende des Jahres auslaufen. Darüber hinaus bemühe sich die Stadt, die Dichte der Belegung in den Flüchtlingsunterkünften abzubauen. In der weiteren Diskussion rückte die Frage in den Blickpunkt, ob das alte Schulgebäude auf Dauer überhaupt noch eine Zukunft hat. Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Bauen, machte klar: Ohne erhebliche Investitionen in eine Sanierung sei an einen langfristigen Erhalt nicht zu denken. Eine Alternative: die Weiterverwendung nur von einzelnen Gebäudeteilen.

"Später entscheiden"

„Wir müssen einen langfristigen Plan entwickeln. Damit kann man nicht früh genug anfangen“, erklärte Reinhard Laurich (SPD). „Wir fordern schon lange, den Bau nicht abzureißen, sondern aufzuwerten“, meinte Heinrich Noldes (FDP). „Aber das Gebäude kostet richtig Geld“, wies Gerd Welper (Grüne) auf die Kostenseite hin: „Vielleicht ist auch eine Null-Nutzung eine Perspektive, über die man nachdenken muss.“ „Wir liegen hier im Rat inhaltlich nicht weit auseinander“, so unter dem Strich der Eindruck von Heinz Gewering (CDU): „Wir werden uns Gedanken machen und sollten jetzt noch keine Vorentscheidung treffen.“ 

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