Stadt will neues „Haushaltslädchen“ unterstützen

Soziales Angebot schaffen

Ein neues Essgeschirr kaufen, einen Kochtopf oder eine Kaffeemaschine, das kann eine große Hürde für Menschen darstellen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Ein neues Angebot soll in Vreden diese Form sozialer Ungleichheit mildern: ein "Haushaltslädchen".

VREDEN

, 20.04.2016 / Lesedauer: 3 min
Stadt will neues „Haushaltslädchen“ unterstützen

Haushaltswaren sollen gegen einen geringen Preis in einem Lädchen verkauft werden. SKF und Bündnis für Familie wollen dieses Projekt in Vreden umsetzen.

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) und das Bündnis für Familie haben die Stadt jetzt gebeten, dieses Vorhaben finanziell zu unterstützten. Die Bitte verhallte nicht ungehört: Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner vergangenen Sitzung beschlossen, einen Zuschuss zu gewähren. Die Stadt will sich mit jährlich 3000 Euro an die Miet- und Energiekosten beteiligen.

Die Organisatoren hatten eine Kalkulation ihrer Kosten eingereicht. Sie veranschlagen die jährlichen Gesamtkosten mit 18700 Euro, wovon der Anteil für Miete und Energie bei 8200 Euro liegt. Die Antragsteller hatten auf eine vollständige Übernahme dieser Summe gehofft. Doch die Verwaltung hielt das nicht für angebracht, denn auch andere könnten sich noch an den Kosten beteiligen. Sie verwies dazu auf Eigenmittel des Bündnisses für Familie, Gemeindecaritas, Bürgerstiftung und Sparkassenstiftung als mögliche Unterstützer. Darüber hinaus sei die Summe aber auch eine Frage der Gleichbehandlung: Der Vorschlag lautete deshalb, sich mit jährlich 3000 Euro zu beteiligen.

Die Idee für ein Haushaltslädchen kam im Ausschuss gut an. Alle Fraktionen signalisierten die Bereitschaft, beim Aufbau helfen zu wollen. Fragen kamen dennoch einige auf.

Unterschied benannt

Reinhard Laurich (SPD) vermisste eine klare Aussage darüber, welches Ladenlokal als Standort für das Haushaltslädchen dienen soll. Ein weiterer Punkt war ihm aufgefallen: "Im Unterschied zu anderen wie der Tafel gibt es hier auch hauptamtliche Personalkosten." Diese liegen bei 7500 Euro jährlich.

Erster Beigeordneter Bernd Kemper berichtete, dass noch kein Vertrag mit einem Vermieter geschlossen sei. Er wies auch darauf hin, dass der Zuschuss als Anschubfinanzierung gedacht sei: "Wir wollen das für drei Jahre machen und dann sehen, ob es weiter nötig ist."

Heinz Gewering (CDU) sprach sich für diesen befristeten Zuschuss aus. Sein Fraktionskollege Bernhard Tenhumberg schloss sich an: "Das schont Ressourcen und setzt auch ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft."

Soziale Komponente

Elmar Kampshoff (UWG) begrüßte die Idee für das Haushaltslädchen ebenfalls: "Das hat sich bereits in vielen Orten bewährt." Das Projekt habe eine starke soziale Komponente, die Anschubfinanzierung gerechtfertigt. Er sprach sich zusätzlich für eine Ausfallbürgschaft aus, die auf 2000 Euro jährlich begrenzt sein sollte.

"Der soziale Aspekt wird weitere Spender bewegen", sprach sich Gertrud Welper (Grüne) für den Verwaltungsvorschlag aus. Heinrich Noldes (FDP) sah es ähnlich: Eine höhere Anfangsförderung ist sicherlich sinnvoll."

Lesen Sie jetzt