Stehende Ovationen für Fundus-Theater

"Die Welle"

VREDEN Premiere glänzend gelungen! Mit einer riesigen Portion Spielfreude brachte das Fundus-Theater der VHS am Freitagabend unter der Regie von Hubert Wessels und seiner Assistentin Lydia Haustein das Schauspiel „Die Welle“ vor überwiegend jungen Zuschauern im vollbesetzten Theater- und Konzertsaal auf die Bühne.

von Von Susanne Dirking

, 01.03.2010, 07:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lehrer Ross erklärt seiner Frau Christie das Experiment - sie ist skeptisch.

Lehrer Ross erklärt seiner Frau Christie das Experiment - sie ist skeptisch.

Am Abend sieht seine Frau Christie (Heike Schmitz-Daniels) , dass er Bücher wie „Die Hitlerjugend“ und „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ studiert und fragt ihn? „Willst du eine Diktatorprüfung bestehen?“ Szenenwechsel: „Macht durch Disziplin“, schreibt Ben am nächsten Morgen an die Tafel, trainiert mit den Schülern die aufrechte Haltung, zackiges Aufstehen, einen gemeinsamen Gruß, fordert knappe Antworten und lässt sich von den Schülern mit „Mister Ross“ anreden. Mit „Macht durch Gemeinschaft“ setzt Lehrer Ben sein Experiment fort, das sie nun „Welle“ nennen. Alle sind wie hypnotisiert von diesem neuen Gruppengefühl. Selbst der sonst eher ungelenkige Robert (Maik Weelink) nimmt militärische Haltung an. Lediglich Laurie von der Schülerzeitung „Ente“ meldet Bedenken an und wehrt sich dagegen, keine eigene Meinung äußern zu dürfen und sich dem Gleichheitswahn anzuschließen zu müssen, woran ihre Freundschaft mit David (Janno Terhürne) zu zerbrechen droht.

Als bekannt wird, dass ein Mitglied der „Welle“ einen jüdischen Jungen verprügelt hat und Robert sich dem Lehrer als Leibwächter präsentiert, merkt dieser, dass er selbst schon ein kleiner Diktator geworden ist. Er beschließt das Experiment schnellstens zu beenden, weil er glaubt, dass der Unterrichtsversuch zu weit geht. Dieses Schauspiel, das auf einer wahren Begebenheit beruht zeigte, wie leicht junge Menschen zu manipulieren sind und bedingungslos einem Führer gehorchen. Darum sollte man niemals zulassen, dass der Wille einer Gruppe über das Recht des einzelnen Menschen gestellt wird.

Großes Kompliment für alle Akteure, die durch ihre bewundernswerte Überzeugungskraft begeisterten. Und das Publikum dankte mit stehenden Ovationen und minutenlangem, überwältigenden Applaus.

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