Stolpersteine gegen das Vergessen

Vreden «Stolpersteine» in Vreden zu verlegen, die die Erinnerung an ehemalige, zur Zeit des Nationalsozialismus ermordete jüdische Mitbürger wach halten sollen - diese Idee fand bei den Ratsmitgliedern breite Zustimmung.

04.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dr. Bernd Kemper hatte sich mit einem Antrag an den Rat gewandt: Er wünscht sich, das vor dem ehemaligen Hause des jüdischen Mitbürgers Isidor Herz an der Ecke Wüllener Straße/Klühnmarkt ein «Stolperstein» einen Platz finden soll. Bei dem «Stolperstein» handelt es sich nicht um einen Stein, der als Hindernis auf dem Bürgersteig oder der Straße steht, vielmehr sind es kleine, Pflasterstein große Gedenktafeln aus Messing, die mit den Namen der ermordeten Juden versehen sind - und auch mit ihren Schicksalen.

Namen auf Messing

Das Datum von Geburt und Ermordung ist zu lesen auf den Messing-Oberflächen der Steine, die in den Bürgersteig eben eingelassen werden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat vor einigen die Idee entwickelt, mit diesem «Kunstprojekt für Europa» vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Juden und weiteren Verfolgten des Nazi-Systems an deren Schicksal zu erinnern - Jahrzehnte nach dem Geschehen dies den Menschen beim Spazierengehen, beim Einkaufsbummel wieder in Erinnerung zu rufen.

Patenschaften

Bis Ende 2006 hat Demnig rund 9000 Steine in über 190 Ortschaften verlegt. «Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist», sagt Gunter Demnig. Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und die Verlegung eines Stolpersteins übernehmen.

Grundsätzlich wurde die Anregung von Dr. Bernd Kemper, der sich dazu bereiterklärt hat, die Patenschaft für den Stolperstein vor dem Haus Herz zu übernehmen, vom Rat begrüßt. Ebenso befürworteten die Kommunalpolitiker den Vorschlag von Bürgermeister Hermann Pennekamp, mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft über das weitere Vorgehen zu sprechen. Schnell war nämlich der Gedanke aufgekommen, nicht nur einen «Stolperstein» aufzustellen. Der Antrag wurde zur detaillierten Beratung an den Kulturausschuss verwiesen. ewa

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