Strafe für Verbreitung von Kinderpornografie

Haft auf Bewährung

Wegen Verbreitung von Kinderpornografie stand ein 55-jähriger Vredener vor Gericht. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

VREDEN

, 26.04.2017, 10:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Chats sind eine von vielen Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Die virtuelle Kontaktbörse birgt aber Gefahren, weil auch Pädophile sie nutzen, um sich zu vernetzen. Ein 55-jähriger Vredener erhielt über ein Chatportal des Fernsehsenders RTL Videos, die sexuelle Handlungen an minderjährigen Mädchen zeigen. Er speicherte die Filme auf seinem Handy und verschickte sie weiter. Das Amtsgericht Ahaus verurteile den Vater dreier Kinder am Montag zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

In Leipzig ermittelt

Auf die Spur des Vredeners kamen Ermittler in Leipzig. Dort durchsuchten sie die Wohnung eines Mannes, der kinderpornografische Inhalte über das Internet verbreitet hatte. Dabei stellten sie unter anderem zwei Mobiltelefone sicher und werteten die Chatverläufe aus. Über die Handynummer identifizierten sie den 55-jährigen Angeklagten.

Vor Gericht ging es um vier Videos, die der Angeklagte erhalten und per Whatsapp weiterverschickt hat. Sie zeigen Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren beim Geschlechts- und Oralverkehr mit unbekannten männlichen Personen - "die härteste Form von Kinderpornografie", wie die Vertretung der Staatsanwaltschaft betonte.

Er wisse selbst nicht, was ihn in jener Nacht im Mai vergangenen Jahres geritten habe, sagte der Angeklagte. Er habe Schlafstörungen gehabt und sei dem Chat beigetreten. Zwei Personen hätten ihn angeschrieben und Fotos tauschen wollen. "Und dann bin ich da irgendwie reingerutscht. Ich weiß, dass es ein Riesenfehler war und es tut mir leid."

Geständnis und Reue wirkten sich aus 

Die Anklage lautete auf Verbreitung pornografischer Schriften - dazu zählen auch Videos. Der gesetzliche Strafrahmen sehe in diesen Fällen eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten bis zu fünf Jahren vor, sagte die Vertretung der Staatsanwaltschaft. Dass der Angeklagte sich geständig und reumütig zeigte und nicht vorbestraft ist, sei zu seinen Gunsten auszulegen. "Eine Freiheitsstrafe ist hier dennoch unerlässlich." Die Staatsanwaltschaft beantragte neun Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, und eine Geldauflage in Höhe von 2000 Euro, zu zahlen an den Kinderschutzbund.

Der Richter entschied auf sieben Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung und 2000 Euro Geldauflage. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. In der Urteilsbegründung betonte der Richter noch mal, welches Leid durch diese Taten mitverursacht wird: "Das Urteil ist auch ein Signal an alle Leute, die solche Inhalte sehen und weitergeben. Diese Leute sind nicht unschuldig! Der Absatz dieser Filme ist der Nährboden, dass dieses Geschehen stattfindet."

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