Tenhumberg steht mit Kritik allein

Stadtparkverschönerung

Bernhard Tenhumberg (CDU) hält mit seiner Meinung im Rat nicht hinter dem Berg. Damit liegt er nicht immer auf der Linie seiner Fraktion.

VREDEN

, 26.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Tenhumberg steht mit Kritik allein

Der südliche Teil des Vredener Stadtparks soll verschönert werden. Um Fördermittel bekommen zu können, hat der Rat jetzt grünes Licht für einen entsprechenden Förderantrag gegeben.

Die Stadt geht ins Rennen um die Fördermittel: Wie nach dem einstimmigen Votum des Bauausschusses nicht anders zu erwarten war, gab es auch vom Rat in der vergangenen Sitzung ein entsprechendes Signal, um an Geld für den Umbau des Stadtparks zu bekommen. Allerdings kam es dort zu einer Enthaltung – und die hatte eigentlich keinen inhaltlichen Grund. Das zumindest hatte Bernhard Tenhumberg (CDU) vor der Abstimmung deutlich gemacht. „Das ist sicherlich eine tolle Sache“, quittierte er die Pläne, den Stadtpark aufzuwerten – mit einem Platz für ein Schützenfestzelt, mit neuen Fitnessgeräten für alle Generationen und mit der Option, aus dem alten Trial-Gelände eine neue Anlaufstelle zur Übernachtung von Radwanderern zu machen.

"Keine Eilbedürftigkeit"

Was er kritisierte, war das Vorgehen an sich: Er sehe keine Eilbedürftigkeit, sagte Tenhumberg. Das Förderprogramm gebe es auch im nächsten Jahr noch: „Wir hätten das in aller Ruhe beraten können.“ Denn er bemängelte, dass es bislang noch keine Informationen über die Kosten gegeben habe: „Bei einem Eigenanteil von 60 Prozent kann man doch keinen Blankoscheck ausstellen.“ Um welche finanzielle „Hausnummer“ es geht, hatte Joachim Hartmann vom Fachbereich Bauen zuvor dargelegt: eine Gesamtsumme von 500 000 Euro. Kämmerer Jürgen Buckting bemühte sich, das Bild wieder geradezurücken. Die Bezirksregierung habe signalisiert, dass es Mittel aus dem Förderprogramm vom nächsten Jahr an nur noch im Rahmen der normalen Städtebauförderung gebe. In diesem Jahr bestehe dagegen noch die Möglichkeit, die Mittel gezielt für das Projekt zu bekommen: „Das ist eine Chance für uns.“ Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch bekräftigte das: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

CDU-Mehrheit stimmt zu

Gerd Welper (Grüne) wollte dem Eindruck entgegenwirken, dass der Antrag auf Fördermittel einhergehe mit einem Festlegen auf eine Planung: „Alle Maßnahmen brauchen weitergehende Ratsbeschlüsse.“ Distanz zur Sicht Tenhumbergs offenbarte auch der Wortbeitrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz Gewering. Die Stadt habe gute Erfahrungen damit gemacht, durch schnelles Handeln Fördermittel zu sichern. „Ich bewerte das als positiv“, signalisierte er die Zustimmung der allermeisten Christdemokraten im Vredener Rat. Bernhard Tenhumberg hatte sich an diesem Abend nicht zum ersten Mal anders positioniert als seine Fraktionsführung: Beim Thema Fahrradschutzstreifen hatte er der Verwaltung vorgeworfen, einer „Ideologie“ zu folgen.

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