Teures Weihnachtsessen: Preise für Schweinefleisch steigen um fast 40 Prozent

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Die Preise für Schweinefleisch steigen stark an. Grund dafür ist eine Entwicklung in China. Die Fleischerei Kömmelt in Vreden möchte den Kunden trotzdem nicht das Weihnachtsessen vermiesen.

Vreden

, 02.12.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Filet, Würstchen oder Schnitzel: Zu Weihnachten landet auf vielen Tellern Schweinefleisch. Doch zurzeit steigen die Preise drastisch an – um 40 Prozent, so der Deutsche Fleischerverband (DFV). Das merkt auch Bettina Kömmelt von der Vredener Fleischerei Kömmelt. „Wir müssen das an die Kunden weitergeben, aber wir erklären auch, woran es liegt“, sagt sie.

Hintergrund ist die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in China. „Dort grassiert die Schweinepest so heftig, dass Experten mit einem Ausfall von 50 Prozent der Eigenproduktion rechnen“, erklärt Klaus Kühn vom DFV. Prognosen gehen davon aus, dass bis zu 200 Millionen Schweine notgeschlachtet werden müssen oder an dem Virus sterben werden.

China importiert Schweinefleisch aus Europa

In China leben etwa 1,3 Milliarden Menschen, die versorgt werden müssen. „China importiert dramatisch, der europäische Schweinemarkt wird leergefegt sein. Dieser sogenannte Importsog aus dem Fernen Osten ist so hoch, wie wir es zuvor noch nie hatten“, erklärt Klaus Kühn weiter.

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Und die hohe Nachfrage aus China wirkt sich auch auf den lokalen Markt aus. Die Preisnotierung von letzter Woche lag bei 1,95 Euro pro Kilogramm Schlachtschwein, wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) bestätigt. „Davor waren es 1,43 Euro“, so Klaus Kühn.

Kunden zeigen Verständnis für steigende Preise

„Schade, dass sie das Problem in China nicht in den Griff bekommen“, sagt Bettina Kömmelt. Die Preissteigerung muss die Fleischerei Kömmelt aus wirtschaftlichen Gründen an die Kunden weitergeben. Bettina Kömmelt erklärt den Kunden aber auch die Gründe. „Die meisten Kunden verstehen das“, sagt sie. Und: „Wenn das Fleisch im Einkauf wieder günstiger wird, können wir auch wieder günstiger werden.“

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Doch davon geht Bettina Kömmelt erst einmal nicht aus. Im Gegenteil: Sie glaubt, dass Schweinefleisch in den kommenden Wochen noch teurer wird. An die Kunden möchte sie das dann aber nicht mehr weitergeben. „Die Kunden kommen jetzt und fragen nach, was das Fleisch für Weihnachten kostet. Ich fände es dann unfair, die Preise weiter anzuheben“, erklärt sie.

Auch Geflügel- und Rindfleisch wird teurer

Die Fleischerei Kömmelt in Vreden bekommt ihre Schweine aus der Region – nicht wie andere Metzger zum Beispiel aus Polen, wo sich auch gerade die Schweinepest ausbreitet. „Unsere Schweine kommen zum Beispiel aus Coesfeld“, sagt Bettina Kömmelt.

Die Fleischerei ist allerdings eigentlich auf Rindfleisch spezialisiert. „Wir züchten und schlachten selber“, erzählt Bettina Kömmelt. Von internationalen Fleischpreisen ist das Unternehmen also quasi unabhängig.

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Doch auch beim Geflügel- und Rindfleisch zeichnet sich gerade eine Preissteigerung ab. Denn weil das Schweinefleisch in China knapp wird, steigen die Chinesen auf Rind und Geflügel um. Und auch das wird zu einem großen Teil aus Europa importiert.

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