Immer wieder Unfälle in Vredener Kreisverkehren – Umbau für 2021 geplant

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Ein neuer Unfallatlas zeigt für jede Straße, wo wie viele Unfälle passieren. In Vreden sind vor allem Kreisverkehre gefährlich für Radfahrer. Diese sollen bald überall auf der Straße fahren.

Vreden

, 08.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeder rote Punkt steht für einen Unfall. Der neue Unfallatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt genau, wo wie viele und welche Unfälle im vergangenen Jahr passiert sind. Zu sehen ist auch, welche Verkehrsteilnehmer beteiligt waren und wie viele Personen verletzt wurden.

In Vreden fällt ziemlich schnell eines auf: Vor allem in den Kreisverkehren und auf den zuführenden Straßen ist es gefährlich für Radfahrer. Ein Beispiel: der Kreisel an der Kreuzung der Winterswyker Straße mit der Straße Up de Bookholt und der Bahnhofstraße.

Jeder rote Punkt steht für einen Unfall im Jahr 2019. Der Ausschnitt der Karte zeigt den Kreisverkehr an der Winterswyker Straße/Up de Bookholt.

Jeder rote Punkt steht für einen Unfall im Jahr 2019. Der Ausschnitt der Karte zeigt den Kreisverkehr an der Winterswyker Straße/Up de Bookholt. © Unfallatlas

Drei rote Punkte sind hier unmittelbar im Kreisverkehr eingezeichnet, außerdem einer direkt davor auf der Winterswyker Straße und ein weiterer auf der Bahnhofstraße. In allen fünf Fällen waren Radfahrer beteiligt. „Und wenn Radfahrer beteiligt sind, dann werden sie meist auch verletzt“, weiß Polizeipressesprecher Frank Rentmeister.

Stadt und Polizei kennen Kreisverkehre als Unfallschwerpunkte

Der Stadt und der Polizei ist diese konkrete Stelle als Unfallschwerpunkt bekannt. Nach Angaben von Frank Rentmeister ist es hier seit 2015 zwölf Mal zu Unfällen mit verletzten Radfahrern gekommen.

Weitere offizielle Unfallschwerpunkte in Vreden sind der Kreisverkehr an der Wüllener Straße (13 Unfälle seit 105) und der an der Alstätter Straße/Ölbachstraße (acht Unfälle seit 2016). Auch hier sind es vor allem verletzte Radfahrer, die das Problem deutlich machen. Denn bei allen drei Kreisverkehren werden die Fahrradfahrer über einen roten Radweg um den Kreisel geführt.

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„Die meisten Unfälle passieren beim Abbiegen“, weiß Hermann Wilmer von der zuständigen Fachabteilung im Vredener Rathaus. Radfahrer, die auf den roten Streifen unterwegs sind, landen im toten Winkel der Fahrzeuge und werden dadurch übersehen.

Radfahrer sollen bald an allen Kreisverkehren auf der Straße fahren

Deswegen sagt Polizeisprecher Frank Rentmeister ganz deutlich: „Radfahrer sollten immer auf der Fahrbahn mit den Autos fahren.“ Dann können sie nicht übersehen werden.

In einem ersten Schritt hat die Stadt Vreden an diesen älteren Kreisverkehren im vergangenen Jahr spezielle Schilder aufstellen lassen, die Auto- und Radfahrer sensibilisieren sollen. Auf Dauer jedoch sollen alle Kreisverkehre in Vreden so umgebaut werden, dass die Radfahrer auf der Straße fahren.

An den „alten" Kreisverkehren hat die Stadt diese Schilder aufstellen lassen, um Rad- und Autofahrer zu sensibilisieren.

An den „alten" Kreisverkehren hat die Stadt diese Schilder aufstellen lassen, um Rad- und Autofahrer zu sensibilisieren. © Stadt Vreden

„Wir haben für den Umbau der drei Unfallschwerpunkte Fördermittel beantragt, die inzwischen bewilligt wurden“, sagt Hermann Wilmer von der zuständigen Fachabteilung im Vredener Rathaus. Die Bauarbeiten sind für das kommende Jahr geplant.

Auch viele Unfälle am Kreisverkehr an der Ottensteiner Straße

Am Kreisverkehr an der Ottensteiner Straße wurde diese neue Art der Verkehrsführung bereits 2018 umgesetzt. Unfälle hat das aber nicht vermieden, wie der Unfallatlas jetzt zeigt. Denn in unmittelbarer Nähe gab es laut dieser Karte im vergangenen Jahr sechs Unfälle, in vier Fällen wurden Radfahrer verletzt.

Jeder rote Punkt steht für einen Unfall im Jahr 2019. Der Ausschnitt der Karte zeigt den Kreisverkehr an der Ottensteiner Straße in Vreden.

Jeder rote Punkt steht für einen Unfall im Jahr 2019. Der Ausschnitt der Karte zeigt den Kreisverkehr an der Ottensteiner Straße in Vreden. © Unfallatlas

Als Unfallschwerpunkt ist der Straßenabschnitt aber weder der Stadt noch der Polizei bekannt. „Da geht es ja auch nicht nur um die Anzahl, sondern auch darum, dass die Unfälle immer den gleichen Charakter haben müssen, damit eine Stelle zum Unfallschwerpunkt wird. Das scheint hier nicht der Fall zu sein“, so Hermann Wilmer.

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An anderen Kreisverkehren, wo die Radfahrer schon seit mehreren Jahren auf der Straße fahren, sehen die Unfallzahlen übrigens auch ganz anders aus. An der Kreuzung Widukindstraße/Oldenkotterstraße direkt am Schulzentrum gab es im vergangenen Jahr keinen einzigen Unfall im Kreisverkehr. Gleiches gilt für den Kreisel am Viehmarkt am Eingang zur Innenstadt.

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