Viel «Geldzufluss»: Johannes Röring nimmt´s sportlich

05.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vreden Johannes Röring Grundsätzlich ist der Vredener CDU-Bundestagsabgeordnete (Foto) für Transparenz und hat im Jahr 2005 auch für die Offenlegungspflicht gestimmt. Jetzt hat das Bundesverfassungsgericht die neuen Verhaltensregeln für die Bundestagsabgeordneten bestätigt, die besagen, dass sie ihre Einkünfte dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammert melden (Münsterland Zeitung berichtete). Und nun? «Ich würde sogar meine Einkommenssteuererklärung auslegen», sagt Röring mit Gespräch mit der Münsterland Zeitung, «die sagt ja auch viel mehr aus.»

Nicht auf «Lohnliste»

Er hat aber so seine Probleme mit der Offenlegung, mit der Art der Darstellung nämlich: Gleich zwei Mal sind bei dem Vredener Geldzuflüsse über der dritten und höchsten Kategorie verzeichnet - aber ohne Erläuterung. 7000 Euro bekommt Röring monatlich von der SVS-Versorgungsgesellschaft (Gesellschafter: Stadtlohn, Vreden, Südlohn - und die RWE). «Daraus könnte man ja schließen, dass ich da auf der Lohnliste stehe.» Tut er aber nicht - Landwirt Röring betreibt auf seinem Hof in Ellewick eine Biogasanlage und verkauft den von der Anlage produzierten Strom an die VHS.

Zufluss kein Gewinn

«Geldzufluss ist ja nicht gleich Gewinn», macht Röring deutlich und verweist auf hohe Rohstoffpreise und die Rückzahlung der Investitionen. Als Landwirt gilt er nach den Regeln der Offenlegung als Einzelunternehmer - und deswegen stehen auch schon 'mal monatlich 100 000 Euro Geldzufluss zu Buche, wenn er Schweine verkauft hat. Die Ausgaben vorher, dass er zwei Leute angestellt habe, dass «zurzeit nur rote Zahlen rauskommen» bei der Schweinemast - das ist kein Thema. «Eigentlich müsste das erklärt werden», denkt Röring laut nach. Der Sinn der gewollten Transparenz liege schließlich darin, dass erkannt werden müsse, ob der Abgeordnete auch einen Gegenwert leiste für das Geld, das er bekommt. Und das sehe der Bürger bei dieser Art der Offenlegung ja auch nicht.

Weitere Ehrenämter in Stiftungen oder Sitze in Aufsichtsräten habe er auch inne, so Röring auf Anfrage, «aber nichts, was auf über 1000 Euro im Monat kommt.» Erst dann müsste es offen gelegt werden. Ein großer Aufreger ist die Sache für Röring dennoch nicht: «Ich seh das sportlich.» ewa

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