Von der Hundemarke bis zum Zeugnis

16.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vreden Wenn Fiffi seine Hundemarke verloren hat, kostet ein neues Exemplar 3,50 Euro. Acht Euro kostet es denjenigen, der sich "individuell zusammengestellte Auszüge aus Schriftstücken oder Dateien" anfertigen lassen will. Die Beglaubigung einer Unterschrift ist schon für zwei Euro zu haben, eine Ausnahmebewilligung im teuersten Fall 22 Euro - alles nachzulesen in der neuen Verwaltungsgebührensatzung, die der Rat jetzt verabschiedet hat.

Sechs Jahre lang hatte die alte Fassung Bestand gehabt - nicht nur angesichts der allgemeinen Teuerungsrate viel Zeit: Der Städte- und Gemeindebund hat inzwischen die Mustersatzung überarbeitet, die bei der alten Version Pate gestanden hatte. Änderungen finden sich vor allem bei der Gebührenkalkulation: Die Mustersatzung legt den Zeitaufwand pro Einheit zu Grunde, das Personal und die Materialkosten. Nicht zu vergessen: ein Sachkostenzuschlag von zehn Prozent. So machte es auch aus Sicht der Stadt Vreden Sinn, sich den Änderungen anzuschließen. Die Erhöhung der Gebühren um die entsprechenden Beträge sei angemessen, so lautete die Einschätzung der Verwaltung.

Gleichwohl haben die Vredener die Mustersatzung nicht einfach "eins zu eins" übernommen. Eingebaut wurde ein sozialer Faktor, der besonders den jungen Leuten und ihren Anliegen Rechnung trägt: Wer für eine Bewerbung um einen Ausbildungs- oder einen Studienplatz eine Zeugniskopie beglaubigen lassen muss, der braucht dafür nicht ins Portemonnaie zu greifen. Anders als in der Mustersatzung will die Stadt Vreden nicht für alle Bescheinigungen gleich 22 Euro je angefangene halbe Stunde verlangen: Wer etwa wegen seines gestohlenen Fahrrads eine entsprechende Bescheinigung für die Versicherung braucht und in ähnlichen "leichten Fällen" mit geringem Verwaltungsaufwand soll eine Gebühr von drei Euro ausreichen.

Grünes Licht gab der Rat schließlich für die neue Verwaltungsgebührensatzung. Damit kann sie zum September in Kraft treten. to

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