Vorm Fällen soll Ausschuss erst beraten

Städtische Bäume

Die jüngsten Baumfällungen durch die Stadt haben nicht nur starke öffentliche Diskussionen hervorgerufen. Sie haben auch kommunalpolitische Folgen: in Gestalt eines Ratsbeschlusses grundsätzlicher Natur.

VREDEN

, 23.03.2016, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vorm Fällen soll Ausschuss erst beraten

Städtische Bäume von großem Umfang sollen künftig nicht gefällt werden, ohne dass der Bau- und Umweltausschuss dies beschlossen hat.

Bevor der Bauhof zur Motorsäge greift, hat die Politik künftig die Chance auf ein Veto. Ohne einen Beschluss des Bauausschusses sollen große städtische Bäume künftig nicht mehr fallen. Dies gilt für Laubbäume ab einem Stammumfang von 120 Zentimetern und für Nadelbäume ab einem Umfang von 150 Zentimeter, jeweils in 110 Zentimetern Höhe ab Erdboden gemessen.

Gegen die FDP – und nicht einstimmig, wie wir am Dienstag irrtümlich berichteten – folgte der Rat damit einem Antrag, den die Fraktion der Grünen gestellt hatte. Sie wollte damit ein klar formuliertes Ziel erreichen: den Baumbestand im Vredener Stadtgebiet zu schützen. Deshalb sollte über jeden entsprechenden Einzelfall eine qualifizierte Beratung im Bauausschuss erfolgen. Die Bäume dienten der „Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes“, so die Grünen in ihrem Antrag. Darin heben sie auch den Wert von Bäumen für das Orts- und Landschaftsbild hervor und weise darauf hin, dass die Bäume das Klima im Siedlungsbereich verbessern.

Vorteile erkannt

Die Verwaltung signalisierte ihrerseits Zustimmung – auch wenn sie bereits in den vergangenen Jahren „sehr umfassend informiert habe“, wie es in ihrer Stellungnahme heißt. Sie räumt gleichzeitig ein, dass dies allerdings zumeist unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes erfolgt sei. Bauamtsleiter Joachim Hartmann sah jedoch deutliche Vorteile in dem neuen Weg: „Damit läuft auch die Kommunikation in die Bürgerschaft besser.“

Gerd Welper bekräftigte dies aus Sicht der Antragsteller: „Dann ist schon bei der Einladung zur Sitzung klar, um welchen Baum es geht.“ Zudem werde das Thema Umwelt damit im zuständigen Ausschuss aufgewertet.

Es geht nicht um private Bäume

„Wir sollten aber klar machen, dass es dabei nur um städtische Bäume geht und nicht um private“, verband Hermann Geesink (CDU) seine Zustimmung mit dem Wunsch danach, gar nicht erst den Eindruck aufkommen zu lassen, es gehe um eine generelle Baumschutzsatzung.

„Wir haben doch bei den Reaktionen auf die Fällungen im Stadtpark gemerkt, wie wichtig die Kommunikation mit den Bürgern ist“, erinnerte Reinhard Laurich (SPD) an die Reaktionen.

Hendrik Mulder sieht es kritisch

Kritisch sah Hendrik Mulder (FDP) den Antrag. Gesunde Bäume seien wichtig, die Fällungen der jüngsten Zeit seien aber politisch mitgetragen worden. Wenn jetzt eine neue Bestimmung eingeführt werde, schaffe man nur eine Regel, deren Einhaltung mit bürokratischen Aufwand überprüft werden müsse.

Lesen Sie jetzt