Vreden schafft mehr Platz für Wälder

Flächennutzungsstatistik

Statistiken bergen manchmal Überraschungen: Die aktuelle Landestatistik für die Katasterflächen in NRW zeigt ein realitätsverzerrendes Bild - zumindest, was den Ausweis von Siedlungsfläche betrifft. In den vergangenen zehn Jahren soll so der Anteil der Gebäude- und Freifläche an der Gesamtfläche Vredens um ganze 10,5 Prozent zurückgegangen sein - eine Ausnahmestellung im Kreis Borken.

VREDEN

, 20.07.2016, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vreden schafft mehr Platz für Wälder

Der neue Stadteingang Süd – sein Bau macht derzeit erkennbare Fortschritte. Auch für solche Areale regelt der Flächennutzungsplan, was dort möglich ist. Rund um die Hamalandhalle ist dort „Fläche für Gemeinbedarf“ festgelegt.

Im Kreisgebiet wuchs nämlich dieser Bereich um 7,7 Prozent. Dass diese Zahlen so ausfallen, hat allein methodische Gründe, die gerade Vreden "zum Verhängnis" wurden. Die Ursache liegt insbesondere in der mangelhaften Datenbasis aus dem Jahre 2006. "Seinerzeit waren wir in Sachen Messmethodik bei Weitem noch nicht so weit wie heute. Die Messverfahren waren auch deutlich teurer.

Vor allem die gesammelten Ergebnisse der Flurbereinigung sind sehr vage integriert worden. Heute sind die Daten unter anderem durch die Auswertung von Luftbildern deutlich valider", erklärt Leo Elfering, Experte beim Kreis Borken. In zehn Jahren würden die Zahlen für Vreden realitätsnäher ausfallen - "sogar deutlich".

Vreden wächst

Die reale Entwicklung in Vreden sei mindestens so prosperierend ausgefallen wie im gesamten Kreisgebiet, so die einhellige Meinung im Vredener Rathaus. Dirk Hetrodt vom Fachbereich Stadtplanung: "Die Statistik kann so die Realität nicht wiedergeben. Man muss bedenken, dass in dem Vergleichszeitraum so umfangreiche Projekte wie das Baugebiet Hof Schulze Wissing sowie das Gewerbegebiet Nord und die Erweiterung des Industriegebiets Gaxel fallen."

Die Zahlen heute: Zum 1. Januar 2016 umfasste die Gebäude- und Freifläche - einschließlich gewerblich genutzter Gebäude - 7,8 Prozent der Gesamtfläche Vredens. In Zahlen: 10,66 von 135,83 Quadratkilometern. 13,4 Prozent (18,22 Quadratkilometer) des Stadtgebietes sind insgesamt Siedlungs- und Verkehrsfläche, 86,6 Prozent entsprechend Freiflächen.

Mehr Platz für Bäume

Stabil zeigen sich die Zahlen bei den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Diese sind analog zum Kreisdurchschnitt zwar rückläufig, im Vergleich zur Gesamtfläche hat Vreden mit einem Anteil von 67,9 Prozent (92,23 Quadratkilometer) kreisweit aber überdurchschnittlich viel Acker und Weide. Der Kreisdurchschnitt liegt bei 65,5 Prozent.

Markant ist die Zunahme, die die Statistik für den Wald ausweist: Der Anteil stieg seit 2006 um über 22 Prozent von 13,3 auf 16,2 Prozent der Gesamtfläche. Diese stellt sich laut Flächennutzungsplan insbesondere im Raum Lünten und südlich bis östlich der Stadt dar. Wie gesagt: Alles vor dem Hintergrund der Datenbasis aus dem Jahr 2006.

Weiter Bedarf

Zurück zur Siedlungsfläche: Dass weiter Bedarf besteht, das gibt der aktuelle Flächennutzungsplan wieder, den der Stadtrat verabschiedet hat. In der Begründung heißt es, dass bis zum Jahr 2030 Siedlungsflächenbedarfe von 0,48 Quadratkilometern für Wohnbauflächen und 0,57 Quadratkilometern für gewerbliche Baufläche besteht. Das aktuell verfügbare Flächenpotenzial sei demgegenüber "deutlich bescheidener" (Stand: 31. Dezember 2013).

Entsprechend gelte es laut Leitzielen und Handlungsvorschlägen, eine "bedarfsgerechte Flächenbereitstellung" anzustreben. Diese müsste gleichzeitig die "Existenzgrundlage der Landwirtschaft mit ausreichenden Flächen sichern".

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