Vredener Brandstifter zeigt sich vor Gericht geständig

VREDEN Vor fünfeinhalb Monaten sorgte der Großbrand beim Baumarkt Plewa und der Schreinerei Meyer für Angst und Aufregung und verursachte einen Schaden von mindestens einer Millionen Euro. Am Donnerstag begann am Landgericht Münster der Prozess gegen den Brandstifter.

01.05.2009, 16:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vredener Brandstifter zeigt sich vor Gericht geständig

Am ersten Prozesstag stand der Lebensweg des angeklagten 36-Jährigen im Mittelpunkt. Jahrelang ernährte er seine Familie mit verschiedenen Jobs, er baute ein Haus und kümmerte sich um seine Eltern. Dann aber ging es rasend bergab. Erst konnte er - trotz Überstunden - das Haus nicht mehr halten. "Die Lücke wurde immer größer", sagte der Vredener den Richtern der 11. Strafkammer.

Job verloren

Der nächste Tiefschlag: Aufgrund persönlicher Probleme verlor der 36-Jährige im Frühsommer 2008 seinen Job. Das Haus wurde zwangsversteigert, seine Frau zog mit den beiden Kindern zu ihren Eltern. Ihm blieb nur der Schlafplatz Straße. "Irgendwann hatte ich gar nichts mehr", sagte der Angeklagte achselzuckend. "Da bleiben dumme Gedanken natürlich nicht aus." Und so kam es, dass er zum Dieb und Einbrecher wurde. Wo? Natürlich genau dort, wo er wusste, dass er etwas finden würde. Zehn Mal stattete er seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Baumarkt, nachts ungebetenen Besuch ab und stahl die Wechselgeld-Kasse. "Dann konnte ich mir wenigstens wieder etwas zu essen kaufen", so der Angeklagte.

Zeichen setzen

Dann kam der 15. November. Die Nacht, in der er aus dem Leben scheiden und vorher anscheinend noch ein Zeichen setzen wollte. Nach seinem insgesamt zehnten Einbruch in dem Baumarkt nahm er ein Feuerzeug und setzte an mehreren Stellen Papierstapel in Brand. Dann lief er zur benachbarten Tischlerei und legte dort Feuer. In diesem Betrieb hatte der 36-Jährige vor Jahren eine Ausbildung gemacht, aber nie abgeschlossen.

"Ich habe nur noch verschwommene Bilder vor Augen", sagte der Angeklagte auf Nachfrage der Richter. Genau könne er sich an die Brandstiftungen nicht mehr erinnern. Auch nicht daran, was er nachher gemacht habe. Martin von Braunschweig

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