Christina Horst bietet Yogakurse speziell für Krebserkrankte an. © Privat
Yoga und Krebs

Vredenerin Christina Horst bietet Yogakurse speziell für Krebskranke an

Mit einer Krebsdiagnose ändert sich vieles. In dieser Zeit und während der Therapie kann Yoga den Patienten helfen, sagt Christina Horst. Sie bietet Kurse in Ahaus und Vreden an.

Yoga kann Krebs nicht heilen, das ist Christina Horst klar, und das ist auch gar nicht ihr Ziel. Doch die Yogalehrerin sieht in den Bewegungsabläufen und den Atemübungen dennoch Vorteile für Krebspatienten. Sie bietet in Vreden und Ahaus Kurse unter dem Titel „Yoga und Krebs“ an.

„Die Kurse sind keine heilkundliche Tätigkeit. Sie sind immer begleitend zur Therapie und sie ersetzen auf keinen Fall eine medizinische Behandlung“, betont Christina Horst ganz bewusst und deutlich. Sie spricht mit ihren Kursen Krebspatienten in jedem Stadium der Therapie an. Sowohl während der Chemotherapie oder der Bestrahlung als auch direkt nach einer Operation oder nach Abschluss aller Behandlungen ist eine Teilnahme möglich.

Yoga stärkt die Selbstwirksamkeit bei Krebspatienten

Aber was genau bewirkt Yoga bei krebskranken Menschen? Vor allem gehe es um Kraft, Flexibilität, körperliche und emotionale Stärke, sagt Christina Horst. „Sobald man eine Krebs-Diagnose bekommt, ändert sich vieles. Man muss zu unterschiedlichen Ärzten, bekommt unterschiedliche Diagnosen und muss sich mit Dingen auseinandersetzen, die einem vorher völlig fremd waren“, sagt die Yogalehrerin.

Dabei fühlen sich viele Patienten ohnmächtig, hilflos und überfordert. Yoga kann in so einer Situation helfen, wieder zu sich selbst zu finden. „Es fördert die Selbstwirksamkeit. Das Gefühl, sich selbst etwas Gutes zu tun und aktiv zu sein“, sagt Christina Horst.

Die Übungen sind auf die Krebserkrankung und die aktuellen Therapien abgestimmt.
Die Übungen sind auf die Krebserkrankung und die aktuellen Therapien abgestimmt. © Privat © Privat

Die Atem- und Meditationsübungen helfen, bestimmte Behandlungen und Untersuchungen entspannter anzugehen. Durch die Bewegungen kann das Narbengewebe nach Operationen weicher werden. Außerdem gibt es Forschungsergebnisse, die belegen, dass Yoga einen positiven Einfluss auf die Nebenwirkungen von Krebstherapien haben kann. Eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht.

Übungen sind speziell auf die Therapien abgestimmt

Die Kurse in Kleingruppen sind speziell auf die Krebserkrankungen der Teilnehmer abgestimmt. Zum Beispiel bei den Bewegungsabläufen. „Eine Vorbeuge ist eigentlich Teil jeder Yoga-Praxis. Aber für Menschen mit Krebserkrankung bedeutet das häufig viel zu viel Druck im Körper“, erklärt Christina Horst.

Sie benutzt zudem bestimmte Hilfsmittel, um die Übungen für die Teilnehmer einfacher zu machen. Osteoporose oder Arthritis treten häufig begleitend zu einer Krebserkrankung auf. „Ein guter Yogalehrer sieht so etwas und berücksichtigt das“, sagt die Vredenerin.

Ihre Mutter ist vor 15 Jahren an Krebs gestorben. „Das Thema hat mich seitdem immer begleitet“, erzählt sie. Deswegen hat sie eine Ausbildung zur zertifizierten Yoga-und-Krebs-Lehrerin in Köln gemacht. Nur mit einer solchen Zusatzausbildung sollten die speziellen Kurse gegeben werden. Die Ausbilderin Gaby Kammler hat selbst jahrelang in der Onkologie gearbeitet, mit Spezialisierung auf Nebenwirkungen von Chemotherapien.

In Kliniken scheitert es oft an der Finanzierung

Eineinhalb Jahre lang hat Christina Horst nun versucht, die Kurse bei Kliniken zu etablieren. „Die Ärzte sind oft begeistert von der Idee und wollen das gerne anbieten. Aber es scheitert meist an der Finanzierung“, berichtet sie.

Deswegen will sie es nun erst einmal auf eigene Faust probieren. Kurse finden zurzeit in ihren angemieteten Räumen in Vreden und Ahaus statt. Alle Informationen gibt es auf der Internetseite von Christina Horst (www.christinahorst.com).

Doch die Yogakurse sollen spätestens 2024 in die onkologischen Leitlinien aufgenommen werden. Dann hofft Christina Horst, dass auch Kurse direkt in Kliniken und Brustzentren möglich sein werden. Denn diese Zusammenarbeit ist aus Sicht der Yogalehrerin essenziell.

„Ich möchte nicht gegen die Kliniken arbeiten. Im Gegenteil: Die Ärzte kümmern sich um den Heilungsprozess und wir begleiten die Patienten auf diesem Weg, sodass sie sich besser auf die Therapien einlassen können“, sagt Christina Horst.

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer