Vredens Pferdeställe trifft die Corona-Krise doppelt

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Das Corona-Virus wirkt sich auch auf Sport und Freizeit der Menschen aus. Die Pferdebetriebe aber trifft es doppelt: Neben dem Schutz vor Ansteckung von Mensch zu Mensch geht es auch um das Tier.

Vreden

, 21.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In mehreren Rundmails haben das NRW-Landwirtschaftsministerium, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und der Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe den Betreibern von Reit- und Pensionspferdeställen einen Katalog an Handlungsanweisungen zugestellt.

Neben der Einstellung des Sportbetriebs und den üblichen Hygieneregeln geht es hier auch um Einschränkung beim Zutritt zum Stallbereich (Beschränkung auf die absolut notwendigen Besucher) und gleichzeitig um Vorgaben, die das Tierwohl sicherstellen: ausreichende Fütterung und Bewegung, tierärztliche Betreuung zum Beispiel.

Reitbetrieb ruht gänzlich

Agnes Hubbeling, Vorsitzende des Vredener Reit- und Fahrvereins, nimmt das sehr ernst: „Wir haben im Vorstand bereits vor gut einer Woche beschlossen, den Schulbetrieb mit Kindern einzustellen.“ Inzwischen ruht der Reitbetrieb gänzlich. Gleichzeitig hat man aber auch für den Stallbereich Vorkehrungen getroffen. Dort stehen zurzeit 20 Pferde, 7 im Eigentum des Vereins.

Zwar haben natürlich die Besitzer der Pferde weiterhin Zutritt, aber eben nur sie sowie Betreuer, Verantwortliche des Vereins, Futtermeister und bei Bedarf Tierarzt und Hufschmied. „Kinder, Opa und Oma, alle Familienmitglieder dürfen leider nicht mehr zum Pferd“, sagt die Vorsitzende.

Pferde gegen Influenza geimpft

Zudem werden die „Besucher“ um Abstand gebeten, der Einsatz von Handschuhen angeregt, und Desinfektionsmittel stehen bereit. Für ausreichende Bewegung sei auch gesorgt. Dafür stehen Außenplatz und zwei Hallen zur Verfügung. Allerdings werde auch da auf die nötige zwischenmenschliche Distanz geachtet. Und alle Pferde seien zudem gegen Influenza geimpft.

Dass bei den neuen Vorgaben für Pferdebetriebe der gesundheitliche Schutz der Menschen und auch das Tierwohl im Mittelpunkt steht, betont auch Eva-Maria Portmann, Geschäftsführerin des Arbeitskreises Pferdehaltung beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband: „Ich weiß, dass es zurzeit eine große Verunsicherung unter Reitern und Pferdebesitzern gibt und ganz viele Informationen die Runde machen.“

Corona-Viren in der Tiermedizin bekannt

Dass aber auch Pferde von Covid-19 betroffen sein könnten, sei derzeit kein Thema. Dr. Hartmut Löttgen, Tierarzt in Vreden, hat schon länger mit Corona-Viren Bekanntschaft gemacht. Bei Kälbern und Fohlen zum Beispiel. „Dabei handelt es sich aber um Subtypen der großen Corona-Viren-Familie, die weltweit auftritt und speziell von diesen Tierarten adaptiert wurden.“ Dort allerdings sorgen sie auch nicht für Atemwegserkrankungen sondern eher für Probleme im Darmtrakt wie Durchfall.

Dr. Löttgen rät daher dringend dazu, „in der momentanen Situation nicht alles in einen Topf zu werfen.“

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