Waldweg versinkt im Matsch

Lüntener Fischteiche

Ein Leserhinweis führt zum Naturschutzgebiet Lüntener Fischteiche. Was sich dort tut, lässt selbst die Verantwortlichen appellieren, es besser zu meiden.

LÜNTEN

, 15.12.2017, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Fußgänger nicht passierbar stellte sich der Wanderweg zu den Lüntener Fischteichen dar. In dem Gebiet fanden Forstarbeiten statt.

Für Fußgänger nicht passierbar stellte sich der Wanderweg zu den Lüntener Fischteichen dar. In dem Gebiet fanden Forstarbeiten statt. © Markus Gehring

Zum Spazierengehen lädt dieser Weg wirklich nicht gerade ein. Rot-weißes Flatterband trennt eine matschige Fläche von dem asphaltierten Wirtschaftsweg. Horst Seeler hat kein Verständnis für das, was die Forstarbeiter aus seiner Sicht da angerichtet haben. Er wohnt nur ein paar Meter entfernt. „Wir haben schon etliche Autofahrer aus dem Matsch gezogen“, beschreibt er, was sich nicht nur einmal abgespielt hat: Wer am Rand des befestigten Wirtschaftsweges parkt, läuft derzeit Gefahr, seinen Wagen nicht mehr aus eigener Kraft wieder zurück auf den Asphalt zu bekommen, wenn er erst einmal in eines der Schlammlöcher gerutscht ist.

Seeler berichtet, dass durch die Forstarbeiten derzeit die Zuwegung zu den Fischteichen nicht passierbar ist, die vom Wirtschaftsweg rechts in Richtung der kleinen Gewässer abzweigt und der Steg an den Teichen so nicht mehr erreichen. „Von der holländischen Grenze her ist es aber noch möglich.“ Er ist sich bewusst, dass solche Forstarbeiten erforderlich sind. Doch dass sie ausgerechnet bei solchen Bedingungen stattfinden, kann er nicht nachvollziehen.

Die Münsterland Zeitung hat sich mit dieser Frage an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gewandt. Denn die Arbeiten im Naturschutzgebiet finden unter seiner Regie statt. „Die Waldarbeiten haben sicherlich für erschwerte Bedingungen bei Spaziergängern gesorgt“, so Thorsten Fechtner von der Pressestelle des LWL. Der Regen tue ein Übriges dazu. Der LWL als Waldbesitzer in diesem Bereich bedauere das sehr: „Leider können wir aber erst nach Ende der Arbeiten die Wege wieder soweit ausbessern, dass Wanderer keine Probleme mehr haben werden.“ Wegen der sehr nassen Wetterbedingungen sei das aber voraussichtlich erst Mitte Januar, so der LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb.

Zeitlicher Rhythmus



Waldbestände seien in einem Zeitraum von circa zehn Jahren zu durchforsten. Das entspreche allgemeiner forstlicher Praxis und sei abgestimmt mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken. Das Ziel: „Der bereits vor mehreren Jahren eingeleitete Umbau von Nadelwald in klimastabileren Mischwald soll fortgesetzt werden. Daher müssten die altersabgängigen Kiefern gefällt werden, um einer neuen Waldgeneration Platz zu machen. Die letzte Durchforstung im Naturschutzgebiet „Lüntener Fischteich/Lüntener Wald“ sei 2007/2008 durchgeführt worden.

Hinzu kommt: Das Zeitfenster für diese Arbeiten liegt von Anfang August bis Ende Februar. Das soll Störungen in der Brut- und Setzzeit verhindern. Eine Rolle spielen dabei entsprechende Naturschutzgebiets-Festsetzungen und der Schutz der benachbart liegenden Vogelschutzgebiete. Die derzeit aktuelle Einschlagmaßnahme sei bis auf kleinere Restarbeiten im Nordwesten des Lüntener Fischteiches abgeschlossen.

Beeinträchtigungen



„Leider kann nicht immer verhindert werden, dass sich aufgrund der dortigen Moor- und Sandböden und ungünstiger Witterungsverhältnisse für den Erholungssuchenden größere Beeinträchtigungen ergeben, die als störend empfunden werden“, gibt Thorsten Fechtner zu.

Der LWL bitte um Verständnis, dass dieser Bereich derzeit eher gemieden werden sollte. Ein Ausweichen in ein anderes Wandergebiet des LWL, das „Schwatte Gatt“, könne als Alternative dienen, so der LWL.

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