2066 Kilometer zu Fuß: Rainer Pag (47) hat Oradea erreicht

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2066 Kilometer zu Fuß liegen hinter ihm: Rainer Pag ist am Donnerstagabend in Oradea (Rumänien) angekommen. Gestartet war er in Vreden. Seine Pilgerreise hat tiefe Eindrücke hinterlassen.

Vreden

, 27.09.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rainer Pag, der Küster der Kirchengemeinde St. Georg, hat seinen Plan erfolgreich umgesetzt: Zu Fuß ist der leidenschaftliche Wanderer von Vreden bis nach Oradea in Rumänien gelaufen. Gestartet ist er am 14. Juli am Norbertstein in Vreden, sein Ziel erreicht hat er nach 2066 Kilometern Wanderstrecke am Donnerstagabend.

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Beim Telefonat am Freitagmorgen ist der 47-Jährige hörbar zufrieden: Er hat es geschafft. Er hat in den vielen Wochen der Pilgerreise viele neue Freunde aus vielen Ländern gewonnen, ob aus Österreich, aus Frankreich, aus der Ukraine, aus Tschechien... Er hat Abenteuer erlebt und viel Zeit zum Nachdenken und Beten gehabt.

2066 Kilometer zu Fuß: Rainer Pag (47) hat Oradea erreicht

Eine Momentaufnahme: der Vredener Wanderpilger Rainer Pag auf seinem Weg. © privat

Aber: „Es war eine Pilgerreise, nicht immer Zuckerschlecken“, blickt er zurück. Sein Rucksack wog immer so um 20 Kilogramm, nicht immer war das Wetter gut, manchmal hagelte es Absagen, wenn es um Übernachtungsmöglichkeiten ging. Aber das Positive überwiegt. Auch brenzlige Situationen hat er nicht erlebt. Bis auf eine Begegnung mit einer Wildschweinrotte in einem Wald kurz vor Budapest: Da war ihm doch mulmig zumute. Doch alles ging gut.

Seit Mittwoch in Rumänien

Am Mittwoch hatte er, begleitet von zwei rumänischen Freunden, zum ersten Mal rumänischen Boden betreten. Zwei Tage Dauerregen lagen hinter ihnen. Dann startete er allein am Donnerstag zur letzten Etappe zur Partnergemeinde in Oradea. Bei Regen. „Als ich spätnachmittgs ankam, schien die Sonne“, erinnert sich der Vredener schmunzelnd. 2066 Kilometer hatte er da zurückgelegt. 120 allein in den vergangenen drei Tagen.

2066 Kilometer zu Fuß: Rainer Pag (47) hat Oradea erreicht

Begleitet von zwei rumänischen Freunden, legte der Vredener Küster Rainer Pag die beiden zweitletzten Tage seiner Wanderung zurück. © privat

Der Empfang und das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten in der Kirche der Partnergemeinde war herzlich. Rainer Pag hatte zu Beginn seiner Reise Kerzen zu seinem Projekt der ökumenischen Pilgerreise und mit seinem Konterfei drauf erstellt – eine brannte seitdem in der evangelischen Kirche in Vreden und die andere in der St.-Ladislaus-Kirche in Oradea. „Die stand auf dem Altar“, stellte der Küster am Donnerstagabend erstaunt fest.

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Rainer Pag bleibt jetzt bis zum 29. Oktober in Oradea. Dann fliegt er mit der Vredener Gruppe aus St. Georg, die am 24. Oktober ankommt, wieder zurück ins Westmünsterland. Die Zeit nutzt er aber nicht zum Ausspannen: „Ich habe schon verschiedene Projekte“, verrät er. Wie berichtet, hat der Vredener mit seiner Pilgerreise auch einen Spendenaufruf verbunden. „Die Sendensumme wird auf jeden Fall fünfstellig“, erzählt er.

Spendengeld gesammelt

Er möchte die Zeit nutzen, um sich die Projekte, die mit dem Spendengeld unterstützt werden sollen, näher anzusehen, und freut sich auf den Aufenthalt in der Partnergemeinde. Dann denkt er sicher hier und da mit einem Schmunzeln an manche Begebenheit zurück. An vor Blasen schmerzende Füße, die ihn schon nach ein paar Tagen zu schaffen machten. Oder an die Polizeikontrolle kurz vor Budapest. Und an manche schiefe Blicke.

„Im Rahmen des Zusammenlebens und -wachsens in Europa“ sei er unterwegs, dies hatte der Bischof aus Oradea dem Vredener in einen Empfehlungsbrief geschrieben. Wenn er nun zurückblickt: Für ihn ist das mit Blick auf die Begegnungen und Freundschaften gelungen. Wer seinen Weg nachvollziehen möchte, hat auf Rainer Pags Internetblog Gelegenheit dazu.

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