Warum Regenrückhaltebecken heute keine großen, stinkenden Schlammlöcher mehr sind

rnAnwohner haben Bedenken

Die Stadt plant ein neues Regenrückhaltebecken am Amselweg. Von der Idee sind die Anwohner nicht gerade begeistert. Deswegen erklärt die Stadt nun, wie so eine Anlage heute aussieht.

Vreden

, 20.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Regenrückhaltebecken an der Winterswyker Straße ist ein großes, schlammiges Loch. An der Wasseroberfläche hat sich eine braune Schicht gebildet, auf der sogar abgebrochene Stöcke liegen bleiben. So ein Becken möchten die Anwohner des Amselweges nur ungern in ihrer Wohngegend haben.

Warum Regenrückhaltebecken heute keine großen, stinkenden Schlammlöcher mehr sind

Das Regenrückhaltebecken an der Winterswijker Straße ist Anfang der 90er-Jahre entstanden und entspricht nicht mehr den heutigen Standards. © Markus Gehring

Das geht aus einem Bürgerantrag hervor. Doch Joachim Hartmann, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, kann beruhigen. „Das Becken an der Winterswyker Straße wurde in den 90er-Jahren angelegt. Heute sehen Regenrückhaltebecken ganz anders aus“, erklärt er.

Neue Regenrückhaltebecken sind auch Erholungsraum

So eine Anlage der neueren Generation ist zum Beispiel hinter dem Neubaugebiet an der Kastanienstraße zu finden. Ein roter Weg führt um die Grünfläche herum, am Rand stehen Picknick-Bänke und -Tische. In den rinnenartigen Vertiefungen wachsen Schilfpflanzen, überall blüht es in unterschiedlichen Farben. So ein neues Regenrückhaltebecken ist auch ökologisch wertvoll – und soll gleichzeitig ein Erholungsraum sein.

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„Seit den 90er-Jahren gibt es die Verpflichtung, Regenrückhaltebecken anzulegen. Damals hat man einfach Löcher gebuddelt. Heute weiß man, dass das gar nicht unbedingt sinnvoll ist“, meint Joachim Hartmann. Das Becken an der Winterswyker Straße ist mehr als drei Meter tief und hat somit einen Anschluss ans Grundwasser. Deswegen ist es immer mit Wasser gefüllt.

Flache Rinnen können mehr Wasser aufnehmen

Das ist bei neueren Anlagen nicht mehr der Fall. „Wo schon Wasser steht, kann schließlich kein zusätzliches Wasser mehr zurückgehalten werden“, so Hartmann. Die neuen, flacheren Becken sind also ein technischer Fortschritt. Sie sind zudem so angelegt, dass sie bei Bedarf gemäht werden können. „Die Grundstücke in der Nähe wurden eher als attraktiv eingestuft“, sagt Joachim Hartmann über das Regenrückhaltebecken an der Kastanienstraße.

Warum Regenrückhaltebecken heute keine großen, stinkenden Schlammlöcher mehr sind

In den neuen Regenrückhaltebecken steht nicht ständig Wasser, weil sie deutlich flacher sind als die der ersten Generation. © Victoria Thünte

Doch auch wenn es noch so idyllisch aussieht – es ist und bleibt eine sogenannte abwassertechnische Anlage. Ein Schild weist darauf hin, dass das Betreten des Betriebsgeländes verboten ist. „Bei Starkregen können sich die Rinnen rasend schnell mit Wasser füllen“, erklärt Joachim Hartmann die Gefahr. Tiefere Stellen und Seitenarme seien deswegen häufig auch mit Zäunen abgesichert.

Stadt prüft alternative Standorte

Über die Absicherung machen sich auch die Anwohner des Amselweges Gedanken. Sie bitten die Stadt in ihrem Bürgerantrag auch, zu prüfen, wie groß und tief das neue Regenrückhaltebecken sein würde und ob es überhaupt notwendig ist.

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Das Becken an der Winterswyker Straße wird in jedem Fall verschwinden, damit Platz ist für die Fahrradunterführung im Projekt Gaxelino. Als neuen Standort hat die Verwaltung den Spielplatz am Amselweg vorgeschlagen. Derzeit werden aber auch noch alternative Standorte geprüft. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorgestellt werden.

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