Wenn Politiker lieber nebenher verdienen, als dem Volk zu dienen

Kommentar

Johannes Röring steht wegen seiner Nebentätigkeiten in der Kritik. Er hat die Chance verpasst, zum Ende seiner politischen Karriere reinen Tisch zu machen, kommentiert Redakteur Nils Dietrich.

Vreden

von Nils Dietrich

, 07.07.2021, 19:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Johannes Röring scheidet mit dem Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag aus.

Johannes Röring scheidet mit dem Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag aus. © privat

704.500 Euro. Für eine solche Summe muss der durchschnittliche Bürger sehr, sehr lange arbeiten. Johannes Röring hat dafür knapp dreieinhalb Jahre gebraucht - im Nebenerwerb, wohlgemerkt. Als Bundestagsabgeordneter bekommt er zusätzlich noch eine monatliche Diät in Höhe von 10.000 Euro.

Das an sich ist eigentlich nicht problematisch. Abgeordnete sollen ihren angestammten Beruf nicht aufgeben müssen. Der Bundestag soll einen Querschnitt der Gesellschaft abbilden und da gehört es dazu, dass zu seinen Mitgliedern nicht nur Beamte oder Angestellte, sondern auch Unternehmer wie Johannes Röring gehören.

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Problematisch hingegen ist es, wenn der zeitweilige Präsident einer landwirtschaftlichen Lobbyorganisation im Landwirtschaftsausschuss darüber mitbestimmt, wie seine Branche, deren Interessen er vertritt, reguliert werden soll. Problematisch ist die nahezu exzessive Häufung von vergüteten Ämtern neben dem Mandat. Problematisch ist die Weigerung, vollständige Transparenz zu schaffen und keinerlei Verständnis für eine solche Forderung aufzubringen.

Immerhin: Mit der nächsten Bundestagswahl erledigt sich dieses Thema von selbst. Aber der von Johannes Röring angerichtete Schaden an der politischen Kultur bleibt.

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