Wirtschaftskonzept: Vreden erhofft sich neue Impulse durch Blick von außen

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Ein Förderungskonzept soll einen Blick von außen auf die Vredener Wirtschaft werfen. Aber was beinhaltet das Projekt genau und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Vreden

, 28.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie lässt sich die Abwanderung von Unternehmen verhindern? Was braucht es für Investitionen in die Infrastruktur, damit Firmen nach Vreden kommen? Und wie steht es um den Wirtschaftsstandort Vreden im Allgemeinen? Das soll nun mithilfe eines Wirtschaftsförderungskonzeptes herausgefunden werden.

Auf Antrag der FDP diskutierten die Ratsmitglieder in ihrer letzten Sitzung über die Erstellung eines solchen Vorhabens. Die Ziele seien vor allem, Möglichkeiten für Verbesserungspotentiale herauszufinden und den Bedarf an Bauland frühzeitig zu ermitteln, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzender Hendrik Mulder.

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Sein Anliegen stieß im Rat auf positive Reaktionen. Einzig die SPD-Fraktion sah das Konzept kritisch. „Die Verwaltung ist auf diesem Themengebiet gut aufgestellt“, sagte Reinhard Laurich, der ergänzte, dass die Abgänge von Betrieben von Seiten des Rates und der Verwaltung nicht beeinflussbar gewesen seien.

Konzept kostet 30.000 Euro

Der Rat beschloss mit deutlicher Mehrheit die Erstellung eines Wirtschaftsförderungskonzeptes. Für das Vorhaben werden 30.000 Euro eingeplant. „Die Ausgaben für das Konzept halte ich für einen überschaubaren Betrag“, sagt Matthias Plewa, Vorsitzender der Vredener Wirtschaftsvereinigung, der sich von dem Konzept einiges erhofft: „Ein Blick von außen kann auf ganz andere Themen aufmerksam machen, die über die bisher bekannten Bedürfnisse und Wünsche hinausgehen.“

Was beinhaltet der Plan nun im Einzelnen? Zunächst erfolgt eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Wirtschaftsstandortes Vreden. Dafür beauftrag die Stadt ein externes Gutachterbüro. Geplant ist zudem, dass ortsansässige Unternehmen befragt und Workshops mit Firmen, Verbänden und Verwaltung veranstaltet werden.

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Auf Grundlage dieser Analyse entwickeln die Gutachter dann ein Leitbild, welches die Stärken der Stadt für Betriebe hervorheben soll. Ziel ist es, dieses Ideal in das wirtschaftliche Standortmarketing zu integrieren. „Die Frage muss sein, was wir tun können, damit wir Unternehmen langfristig halten und neue Firmen dazugewinnen können. Hier sollte eine Planung für die kommenden zehn Jahre entstehen, damit man eine klare Perspektive hat“, findet Matthias Plewa.

Direktanbindung konsequenter verfolgen

Im Anschluss daran legen die externen Berater den politischen Gremien der Stadt regelmäßig ein Bericht vor, damit die Verantwortlichen kurzfristig auf einzelne Maßnahmen reagieren können – sprich: Einzelne Vorhaben werden stets aktuell betrachtet, sodass immer die Möglichkeit besteht, Pläne umzuwerfen und neue zu entwickeln.

Unabhängig dieser Gedanken findet ein regelmäßiger Austausch des Rates mit Vredener Unternehmen statt, um Bedarfe an Bauland frühzeitig zu erkennen. Außerdem enthält das Konzept ebenfalls das Ziel, eine Direktanbindung des Industriegebietes an die B70 konsequenter zu verfolgen.

„Sehen uns gut aufgestellt“

Hintergrund ist eine bessere Verkehrsanbindung, um die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zu stärken. „Aber vielleicht ist dies auch gar nicht das große Problem und die Analyse bringt ganz neue Gedanken, nach denen wir handeln sollen. Genau darauf werden wir durch eine externe Beratung aufmerksam gemacht“, meint Matthias Plewa, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Vreden.

Wirtschaftskonzept: Vreden erhofft sich neue Impulse durch Blick von außen

Matthias Plewa ist Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Vreden. © Archiv

Christian Micheel aus dem Fachbereich Wirtschaftsförderung der Stadt Vreden bewertet das Konzept positiv. „Wir sind mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Vreden zufrieden und sehen uns gut aufgestellt. Trotzdem ist es gut, wenn ein externes Büro mal auf die Zahlen schaut und eine Idee davon bekommt, was in Vreden gut oder schlecht läuft.“

„Neue Handlungsoptionen aufzeigen“

Die Stadt erhofft sich von der Analyse, dass neue Potentiale entdeckt und Verbesserungsvorschläge gemacht werden. „Ziel ist es, dass neue Handlungsoptionen aufgezeigt werden, die wir so noch nicht im Blick hatten“, sagt Christian Micheel, der sich zudem einen weiteren Nebeneffekt erhofft: „Das neue Konzept soll nach außen Transparenz schaffen und dafür sorgen, dass die wirtschaftlichen Leitlinien der Stadt gleich erkennbar werden.“

Die aktuellen Stärken sieht der Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Branchenvielfalt. Gerade die Mischung aus kleinen, mittelständischen Unternehmen und Global Playern spreche für den Wirtschaftsstandort Vreden. Auch das Handwerk sei dabei nicht zu vergessen.

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